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Windows Live® Suchergebnisse E. L. DoctorowEnzyklopädieartikel
E. L. Doctorow (*1931), amerikanischer Schriftsteller. Fast alle seine Romane sind in der Vergangenheit angesiedelt, wobei er geschickt historische Realitäten der amerikanischen Geschichte mit fiktionalen Elementen durchmischt. Doctorow wurde am 6. Januar 1931 in New York geboren und wuchs in der Bronx auf. Nach dem Philosophiestudium arbeitete er als Lektor in New Yorker Verlagen, als Journalist und ab 1969 als Dozent an verschiedenen Universitäten. In seinem stilistisch brillanten Romanwerk befasst sich Doctorow vor allem mit der amerikanischen Geschichte: Sein Debüt Welcome to Hard Times (1960; Willkommen in Hard Times; 1967 verfilmt mit Henry Fonda), eine Parodie auf den Western, spielt um 1870, The Book of Daniel (1971; Das Buch Daniel; 1983 verfilmt) behandelt den Spionagefall des Ehepaars Rosenberg in den fünfziger Jahren und Ragtime (1975; Ragtime; 1981 verfilmt von Miloš Forman mit James Cagney), Doctorows erfolgreichstes Buch, schildert nostalgisch das Amerika des beginnenden 20. Jahrhunderts. Auch Loon Lake (1980; Sterntaucher), World’s Fair (1985; Weltausstellung) und Billy Bathgate (1989; Billy Bathgate; 1991 verfilmt mit Dustin Hoffman, Nicole Kidman und Bruce Willis) zeigen verschiedene Facetten der zwanziger und dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts. Doctorow, der auch einige Erzählungen und Dramen schrieb, bedient sich Techniken der Postmoderne und mischt historische Fakten mit fiktionalen Elementen; die erzählten Geschichten lassen sich dabei stets auf die Gegenwart beziehen. In den neunziger Jahren veröffentlichte der große Erzähler, der mittlerweile zu den bedeutendsten zeitgenössischen Autoren der amerikanischen Literatur gerechnet wird, nur einen Roman: The Waterworks (1994; Das Wasserwerk), dessen Handlung im Jahr 1871 angesiedelt ist. Doctorows erster in der Gegenwart spielender Roman ist City of God (2000; City of God), in dem allerdings die im New York der Jahrtausendwende angesiedelte Handlung mit der Ideengeschichte des gesamten 20. Jahrhunderts verknüpft wird. Mit The March (2005; Der Marsch) kehrte der Autor zum historischen Sujet zurück; der mehrfach ausgezeichnete Roman schildert anhand des berühmten Marsches General William T. Shermans und seiner Armee von Georgia nach North Carolina 1865, der das Ende des Amerikanischen Bürgerkrieges herbeiführte, wie ein ganzes zivilisiertes Land in die Barbarei getrieben wird, und zeigt, dass ein Krieg am Ende nur Verlierer kennt.
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