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Windows Live® Suchergebnisse EndlösungEnzyklopädieartikel
Endlösung, vollständig „Endlösung der Judenfrage”, nationalsozialistische Bezeichnung für die systematische Vertreibung und vor allem Ermordung der Juden im deutschen Machtbereich in den Jahren 1941 bis 1945. Der Begriff „Judenfrage” in seiner negativen Ausprägung entstand im 19. Jahrhundert in Deutschland als Reaktion auf die Emanzipation der seit dem Spätmittelalter ghettoisierten Juden (im positiven Sinne benutzten die Juden im Zusammenhang mit dem Problemkreis um ihre nationale Identität den Begriff „Judenfrage” selbst). Für radikale Antisemiten bedeutete „Lösung” der „Judenfrage” die Ausgrenzung und Vertreibung der Juden, die sich inzwischen zum größten Teil als„Deutsche mosaischer Konfession” verstanden. Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden die deutschen Juden zunächst entrechtet, ab 1938 vielfach zur Auswanderung gezwungen (siehe Arierparagraph, Berufsbeamtengesetz, Nürnberger Gesetze). Nach der so genannten Reichskristallnacht am 9. November 1938 begegnete man im amtlichen Sprachgebrauch der NS-Bürokratie erstmals der Zielperspektive einer „endgültigen Lösung” bzw. „Gesamtlösung” der Judenfrage. Dem radikalisierten Wortgebrauch entsprach jedoch noch kein festgelegter Inhalt. Erst nach dem Angriff auf Polen am 1. September 1939 konkretisierte das NS-Regime die „Endlösung” im schließlich gescheiterten Versuch zur Schaffung eines „Judenreservats” (bei Lublin) sowie im ebenfalls nicht verwirklichten Madagaskarplan (1940/41). Mit dem als Krieg um „Lebensraum” geführten Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 begann die systematische Ermordung der Juden im deutschen Einflussbereich, zuerst mit Massenerschießungen durch die Einsatzgruppen in Polen und der Sowjetunion. „Endlösung” wurde von nun an Synonym für Massen- und Völkermord. Zum Ort und Zentrum des Massenmordes bestimmten die Täter Polen. Im Dezember 1941 nahmen die ersten Vernichtungslager (Auschwitz, Chelmno) ihren industriellen Tötungsbetrieb auf. Die Wannseekonferenz vom 20. Januar 1942 diente lediglich der Koordinierung der inzwischen europaweit praktizierten „Endlösung”. Mit bürokratischem Fanatismus durchgeführt, fielen der „Endlösung” schätzungsweise sechs Millionen Juden zum Opfer. Erst als sich Deutschland in vollkommen auswegloser militärischer Lage befand, beendete am 28. November 1944 ein Befehl Himmlers wenigstens die massenhaften Gastötungen. Im Lauf der so genannten Todesmärsche, dem Rücktransport der überlebenden Lagerinsassen aus den Lagern in Polen nach Westen angesichts der anrückenden Sowjetarmee, kamen jedoch noch weitere unzählige Menschen um.
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