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Étang de Berre

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Raffinerie in Étang de Berre bei MarseilleRaffinerie in Étang de Berre bei Marseille

Étang de Berre, Strandsee in Frankreich, westlich von Marseille. Der Étang de Berre entstand durch Absenkung der Erdoberfläche infolge von Bodenerosion sowie anschließende Überflutung durch das nur wenige Kilometer südlich gelegene Mittelmeer. Der salzhaltige See, über den die Durance in das Mittelmeer mündet, bedeckt eine Fläche von etwa 150 Quadratkilometern und ist bis zu zehn Meter tief. Die Region um den Strandsee entwickelte sich während der vergangenen Jahrzehnte zu einer der bedeutendsten Ferienlandschaften Südfrankreichs. Daneben wurde sie auch zu einem Standort zahlreicher Produktionsbetriebe.

Die zentrale Lage zwischen der Camargue im Westen und der Côte d’Azur im Osten sowie die Nachbarschaft zu den provenzalischen Städten Arles, Aix und Marseille führten schon früh zu einer wirtschaftlichen Nutzung des Sees durch Salzgewinnung, Fischfang und Muschelzucht. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts änderte sich diese Situation gründlich. Teile des Gewässers wurden zum Überseehafen von Marseille ausgebaut. Die niedrigen, unverbauten Ufer des Sees eigneten sich ideal zur Anlage großer Erdöldepots und Raffinerien (ab 1931), die natürliche Verbindung des Sees zum Mittelmeer bei Martigues wurde vertieft und für Erdöltanker schiffbar gemacht: Zwei Maßnahmen, die diesen Strandsee zum umschlagstärksten Erdölhafen Europas machten. Zusammen mit Fos am Mittelmeer bildet diese riesige Anlage den Europort Sud. In den sechziger Jahren wurden nach dem Muster der Pariser Vororte rund um die Industrieanlagen zahlreiche villes nouvelles errichtet. So entstanden die Vororte Vitrolles, Istres, Mirama und Fos.

Auswirkungen dieser Entwicklung auf das empfindliche Ökosystem des salzhaltigen Sees blieben nicht aus. Anfang der siebziger Jahre war das Gewässer ökologisch in höchstem Maße geschädigt. Die Umweltsituation hat sich zwar in den vergangenen Jahrzehnten verbessert, dennoch verschlammt der See zunehmend und der Salzgehalt nimmt durch verstärkte Zuleitung von Süßwasser ab. Die zurückgekehrten Lebensgemeinschaften im brackigen Seewasser sind weiterhin stark gefährdet.

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