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Windows Live® Suchergebnisse Französische Kunst und ArchitekturEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Vor- und Frühgeschichte; Antike; Merowingische und karolingische Kunst; Romanik; Gotik; Renaissance; Barock (Klassik); 19. und 20. Jahrhundert
Französische Kunst und Architektur, die Kunst und Architektur Frankreichs. Zeugnisse künstlerischen Schaffens finden sich in Frankreich seit der Altsteinzeit. Von einer eigenständigen französischen Kunst lässt sich seit der Romanik sprechen. Die Kunst Frankreichs übte immer wieder großen Einfluss auf andere Länder wie Spanien, England oder Deutschland aus.
Südfrankreich gehörte im Jungpaläolithikum der Steinzeit zum frankokantabrischen Kulturkreis, in dem die Forschung lange Zeit die Wiege der Kunst sah (siehe paläolithische Kunst). Großartige Beispiele der Höhlenmalerei fanden sich etwa in der Höhle von Lascaux. In der Bretagne – vor allem bei Carnac – und in den Cevennen hinterließ die neolithische Megalithkultur Beispiele neolithischer Kunst wie Dolmen, Menhire und Steinkreise (Cromlechs).
Vom 2. Jahrhundert v. Chr. bis zum 6. Jahrhundert n. Chr. lag Frankreich im römischen Machtbereich, der vor allem in der Provence und in Südfrankreich eine rege Bautätigkeit zur Folge hatte und herausragende Werke der römischen Kunst und Architektur hinterließ. Römische Baudenkmäler stehen z. B. in Arles (siehe Thermen, Amphitheater), in Nîmes (Amphitheater, Tempel der Diana, die so genannte Maison Carrée, ein Tempel auf dem Forum), in Orange (Theater), Saint-Rémy (Juliermonument, Triumphbogen) und in Vienne (Tempel).
Die Epoche der merowingischen Kunst dauerte wie in Deutschland ungefähr von 480 bis 750. Die anschließende Epoche der karolingischen Renaissance bzw. Vorromanik, in Frankreich auch premièr art genannt, endete um 1000. Die meisten Werke dieser Zeit sind nicht erhalten; sie wurden entweder zerstört oder später gänzlich umgebaut. Die frühen Kirchenbauten gingen häufig durch Umbau aus ehemaligen Tempeln hervor. Als neue Bauformen entstanden Krypten und Baptisterien. Die Vierung entwickelte sich zum religiösen Mittelpunkt der Gebäude. Von den ersten Kirchenbauten ist einzig die dreischiffige Säulenbasilika Saint-Pierre in Vienne aus dem 5. Jahrhundert erhalten. Die zentralen Teile des Baptisteriums Saint-Jean in Poitiers stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Sein Dachgiebel verrät noch römische Einflüsse. Bemerkenswert ist die Bauornamentik der Nordwand. Die karolingische Baukunst prägten byzantinische und römische Einflüsse. Als erste Kirche wurde Saint-Riquier (um 790 begonnen, heute zerstört) in Centula mit zwei Altarräumen ausgestattet. Die Säulenbasilika wies neben einer Eingangshalle mit zwei flankierenden Treppentürmen und einem Atrium auch das früheste Westwerk auf, das ebenso wie die Vierung mit einem runden Turmaufsatz versehen war. Die Klosterkirche Saint-Vitus in Corvey besitzt das älteste erhaltene Westwerk (873-885), das als Taufkirche genutzt wurde. Der Kaiser hatte seinen Sitz in der westlichen Empore, von wo aus sich das ganze östliche Schiff und der Chor mit den Altären überblicken ließ. Ein Beispiel für einen Zentralbau, der östlichen Vorbildern folgte, ist Germigny-des-Pres. Diese 806 geweihte Kapelle der Abtei Fleury bei Orléans wurde auf einem Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes mit hufeisenförmigen Apsiden errichtet; die Eckräume und vermutlich auch die Vierung waren überkuppelt. In der Kuppel der Chorkapelle sind Mosaiken erhalten. Karolingische Vorgängerbauten der Kirche des 910 gegründeten Klosters Cluny stellen die nicht erhaltenen Kirchen Cluny I (ein Saalbau, 915 geweiht) und Cluny II (948-981) dar. Zu den hoch entwickelten Kunstgattungen des frühen Mittelalters gehören auch in Frankreich die Buchmalerei und die Elfenbeinschnitzerei.
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