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Freikirchen

Enzyklopädieartikel

Freikirchen, eine kirchlich bestimmte christliche Gemeinschaft, die sich von der Staats- beziehungsweise Landeskirche gelöst hat.

Erstmals verwendet wurde der Begriff der Freikirche im 19. Jahrhundert in der presbyterianischen Kirche von Schottland, als Gemeinden und Priester eine jahrelange Auseinandersetzung mit den staatlichen Behörden bzw. den Kirchenherren führten um das Vetorecht der Gemeinden bei der Besetzung von geistlichen Ämtern. 1843, auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung, verließen zahlreiche Geistliche die offizielle Kirche, als die staatlichen Organe sich nicht bereit zeigten, dieses Vetorecht zu gewähren. 470 von ihnen gründeten daraufhin die Schottische Freikirche (Free Church). Künftig wurden alle religiösen Oppositionsgruppen, die man seit dem 17. Jahrhundert als Dissenter, Nonkonformisten, Separatisten oder Independente bezeichnet hatte, als Freikirchen bezeichnet. So unterschiedlich diese Gruppen sind, so sind ihnen doch einige Charakteristika gemeinsam: Sie begreifen sich im Gegensatz zu den Staats- und Landeskirchen als auf Freiwilligkeit gegründete Bünde; Zugehörigkeit zu einer der Freikirchen setzt ein persönliches Erweckungserlebnis und die Bekehrung zum neuen Glauben voraus, weshalb auch von den meisten die Kindstaufe abgelehnt wird.

In Deutschland zählen folgende Glaubensrichtungen zu den Freikirchen: die Mennoniten, die Hutterischen Brüder, die Baptisten, der Bund Freier evangelischer Gemeinden, die Evangelisch-methodistische Kirche, die Heilsarmee, die Nazarener, die Pfingstbewegung, die Quäker, die Herrnhuter Brüdergemeinde und die Gemeinschaft der Adventisten des Siebten Tages. Es bestehen enge Kontakte der Freikirchen untereinander und zu den etablierten großen christlichen Kirchen. Auf der institutionellen Ebene gehören hierzu die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK) und die Evangelische Allianz.

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