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Gustav Freytag

Enzyklopädieartikel

Gustav Freytag (1816-1895), Schriftsteller, Kunsthistoriker und Politiker. Mit seinem Roman Soll und Haben (3 Bde., 1855) blieb er einem breiteren Publikum bekannt.

Freytag wurde am 13. Juli 1816 als Sohn aus gutbürgerlichem Haus in Kreuzburg (Schlesien) geboren. Nach einem Philologiestudium von 1839 bis 1847 war er Privatdozent für deutsche Sprache und Literatur in Breslau. In dieser Zeit entstanden erste dramatische Werke wie Die Brautfahrt und Die Valentine; den größten Erfolg als Bühnenautor hatte Freytag mit seinem das zeitgenössische Pressewesen karikierenden Lustspiel Die Journalisten (1854). Zur Zeit der Märzrevolution 1848 übernahm er die Schriftleitung der großdeutsch-liberal orientierten Zeitschrift Die Grenzboten und kämpfte als Publizist gegen Aristokratie und Monarchie ebenso wie gegen demokratischen Radikalismus und Sozialismus. Dafür erhielt er öffentlich politische Anerkennung: 1854 wurde ihm von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha der Hofratstitel verliehen. Zwischen 1867 und 1870 war Freytag Abgeordneter des thüringischen Wahlkreises im Reichstag des Norddeutschen Bundes, 1870/71 nahm er als Berichterstatter im Hauptquartier des preußischen Kronprinzen am Deutsch-Französischen Krieg teil.

In seinem kulturhistorischen Werk Bilder der deutschen Vergangenheit (5 Bde., 1859-1867) suchte Freytag den nationalen Hoffnungen der Reichsgründungszeit eine tiefere historische Legitimation zu verleihen. Mit seinem berühmten Kaufmannsroman Soll und Haben (3 Bde., 1855), dem Gelehrtenroman Die verlorene Handschrift (1864) und dem historischen Romanzyklus Die Ahnen (6 Bde., 1872-1880) wurde er zu einem der populärsten Autoren des deutschen Bürgertums, dessen Welt er im Sinn eines poetischen Realismus verklärte. Freytag starb am 30. April 1895 in Wiesbaden.

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