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Windows Live® Suchergebnisse GesinnungsethikEnzyklopädieartikel
Gesinnungsethik, in der Soziologie von Max Weber eingeführter Begriff zur Kennzeichnung unterschiedlicher ethischer Begründungen von Handlungen und Entscheidungen. Der Gegenbegriff zur Gesinnungsethik ist bei Max Weber die Verantwortungsethik. Da soziale Handlungen und Entscheidungen Nebenwirkungen und Probleme zur Folge haben, die im Moment der Entscheidung noch nicht abzusehen sind, kann man die Begründung für soziales Handeln nach Weber auf zwei unterschiedlichen Prinzipien aufbauen. Der Gesinnungsethiker folgt seinem Gewissen und seiner einmal getroffenen ethisch begründeten Entscheidung. Für ihn liegt das entscheidende Moment einer sozialen Handlung im Wollen, in der Gesinnung des Handelnden. Der Verantwortungsethiker wägt hingegen seine einmal getroffene Entscheidung immer wieder daraufhin ab, ob sie unter den sich zeigenden Bedingungen noch aufrechtzuerhalten ist. Für ihn ist das entscheidende Kriterium der Effekt, das Resultat der Handlung. Um zu diesem ebenfalls ethisch begründeten Ziel zu gelangen, ist er bereit, auch ethisch Verwerfliches zu tun, wenn es in der Abwägung der Werte zur Erreichung des als wertvoller eingeschätzten Zieles notwendig sein sollte. Ein Gesinnungsethiker lässt sich hingegen von den Konsequenzen seiner Entscheidung nicht beirren und würde keine ethisch verwerfliche Handlung dulden oder begehen, auch wenn dies unter Umständen ethisch gerechtfertigte Folgen hätte. Klassisches Beispiel für die Differenz zwischen Gesinnungsethik und Verantwortungsethik ist der Tyrannenmord: Der Verantwortungsethiker würde unethisch handeln, das heißt den Tyrannen ermorden, um größeres Unheil zu verhindern; der Gesinnungsethiker würde unter allen Umständen dem ethischen Prinzip des „Du sollst nicht töten” folgen und dafür unter Umständen die Folgen der Tyrannei in Kauf nehmen.
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