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Wilhelm Groener

Enzyklopädieartikel

Wilhelm Groener (1867-1939), deutscher General und Politiker, Reichsminister (1920-1923 und 1928-1932).

Groener, geboren am 22. November 1867 in Ludwigsburg, trat 1884 in die württembergische Armee ein und stieg 1912 in den Großen Generalstab auf. Im 1. Weltkrieg zunächst für die militärische Eisenbahnlogistik zuständig, wechselte er 1916 ins Kriegsernährungsamt, wurde Chef des neu geschaffenen Kriegsamtes und Stellvertreter des preußischen Kriegsministers. Nachdem er u. a. mit seiner Ablehnung jeglicher Kriegsgewinne in Gegensatz zu General Erich Ludendorff geraten war, wurde er 1917 aus dem Kriegsamt entfernt und an die Front abkommandiert. Nach der Entlassung Ludendorffs trat Groener im Oktober 1918 dessen Nachfolge als Erster Generalquartiermeister der Obersten Heeresleitung (OHL) an und war damit verantwortlich für die Rückführung und Demobilisierung der deutschen Truppen nach der Kapitulation. Im November 1918 ging er mit Friedrich Ebert, dem sozialdemokratischen Vorsitzenden des Rates der Volksbeauftragten, den so genannten Ebert-Groener-Pakt ein, um einen revolutionären Umsturz in Deutschland zu verhindern (siehe Novemberrevolution). Innerhalb der Reichswehr engagierte er sich für die Annahme des Versailler Vertrages. Im Herbst 1919 nahm er seinen Abschied vom Militär und amtierte in der Folgezeit als Reichsverkehrsminister (1920-1923), als Reichswehrminister (1928-1932) und 1931/32 zugleich als Reichsinnenminister. Als erklärter Feind der Nationalsozialisten verbot er 1932 in seiner Funktion als Innenminister die SA. Groener starb am 3. Mai 1939 in Bornstedt bei Potsdam.

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