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Veit Harlan

Enzyklopädieartikel

Veit Harlan (1899-1964), deutscher Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor.

Harlan wurde am 22. September 1899 als Sohn eines Schriftstellers in Berlin geboren und erhielt eine Schauspielausbildung bei Max Reinhardt. Nachdem er zunächst als Schauspieler und Regisseur am Berliner „Theater am Schiffbauerdamm” gearbeitet hatte, war er zwischen 1919 und 1935 an verschiedenen Bühnen als Schauspieler tätig, u. a. am Staatstheater in Berlin (1924-1934). 1937 kam Harlan zum Film. Mit Filmen wie Jud Süß (1940), Der große König (1941) und Kolberg (1945) stellte er sich in den Dienst der nationalsozialistischen Propaganda. Besonders der perfide antisemitische Hetzfilm Jud Süß (mit Ferdinand Marian, Heinrich George, Werner Krauß, Kristina Söderbaum) gilt als folgenreichster Propagandafilm, da er u. a. SS-Kommandos vor deren Einsätzen gegen Juden vorgeführt wurde. Aufgrund dieses Films wurde gegen Harlan nach dem 2. Weltkrieg zweimal Anklage erhoben wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit (1949 und 1950). Er wurde jedoch freigesprochen, da man ihm die Verantwortung für die Endfassung des Filmes nicht eindeutig nachweisen konnte und da er vorbrachte, dass er sich bei Ablehnung des Regieauftrags selbst in Lebensgefahr gebracht hätte. In den fünfziger Jahren setzte er seine Regiekarriere fort; u. a. entstanden Unsterbliche Geliebte (1950), Verrat an Deutschland (Der Fall Dr. Sorge), (1954), und Anders als du und ich (1957). Harlan war mit der schwedischen Schauspielerin Kristina Söderbaum verheiratet, mit der er ab 1938 mehrere Filme drehte. Harlan starb am 13. April 1964 auf Capri.

Weitere Filme: Der Herrscher (1937), Jugend (1938), Die Reise nach Tilsit (1938), Das unsterbliche Herz (1939), Die goldene Stadt (1942), Immensee (1943), Opfergang (1944).

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