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Windows Live® Suchergebnisse HartlaubvegetationEnzyklopädieartikel
Hartlaubvegetation, Vegetationsformen, die aus Gehölzpflanzen mit ledrigen Blättern aufgebaut werden. Hartlaubvegetation gedeiht in Gebieten mit trockenen heißen Sommern und milden, niederschlagsreichen Wintern. Typische Vertreter der Hartlaubgewächse sind Lorbeer, Oleander und Erdbeerbaum. Bei der heutigen Hartlaubvegetation – etwa Kork-, Steineichen- oder Lorbeerwäldern – handelt es sich meist um Degradationsformen (siehe Entwaldung) ehemaliger Hartlaubwälder. Der Waldtyp der Hartlaubvegetation hat sich in fünf weit verstreuten Regionen entwickelt, von denen die bekannteste die Mittelmeerregion ist. Im Verlauf der letzten Jahrtausende wurde die ursprüngliche Vegetation fast aller mediterranen Gebiete, die aus immergrünen Eichen und Pinien bestand, durch den Einfluss des Menschen stark verändert. Wo sie nicht durch Weinberge und Olivenhaine ersetzt wurde, ist ein niedriges, dichtes Buschwerk, die Macchie, die vorherrschende Vegetationsform. Sie kann als Degradationsform auftreten, aber auch als natürliche Vegetation vorkommen. Macchie wird aus Sträuchern und Baumsträuchern gebildet und erreicht eine Höhe von drei Metern. Macchien wiederum sind vielerorts zur niedrigen Strauchheide, der Garigue, degradiert. Zu beiden Vegetationsgesellschaften gehören viele Arten, die reich an aromatischen Ölen sind, wodurch die im mediterranen Raum allgegenwärtigen Ziegen und Schafe fern gehalten werden. Den Macchien ähnliche Waldgebiete, als Fynbos bezeichnet, findet man am Kap der Guten Hoffnung in Südafrika. Dieses Capensis genannte Florenreich beherbergt eine außergewöhnlich große Zahl an Arten, die nirgendwo sonst auf der Welt zu finden sind (Endemismus). Im Südwesten Australiens dominieren Eukalyptusbäume und Proteengewächse die Jarra- und Karriwälder, die sich dort in den Winterregengebieten entwickelt haben. In Chile liegt südlich der Wüstengebiete immergrünes Buschland, das Matorral genannt wird. In Mittel- und Südkalifornien sind die Hügel an der Küste von einer Hartlaubvegetation bedeckt, die das Chaparral bildet. Die ledrige Blattbeschaffenheit der auch als Sklerophyllen (griechisch skleros: hart; phyllon: Blatt) bezeichneten Hartlaubgewächse entsteht durch eine verdickte Epidermis, Wachsschichten und einen hohen Anteil an Festigungsgewebe (Sklerenchym). Dies dient als Verdunstungsschutz bei Trockenheit sowie der Stabilität der Blätter bei sinkendem Turgordruck. Um die Wasserverdunstung zu verhindern, werden bei Trockenheit außerdem die Blattporen (Spaltöffnungen oder Stomata) geschlossen. Nach einer Dürreperiode werden die Poren wieder geöffnet, und die Sklerophyllen setzen die Photosynthese fort. Die Hartlaubvegetation ist oft auch von der Feuerökologie geprägt. Durch Blitzschlag oder Selbstentzündung brechen regelmäßig Brände aus, die viel totes Trockenmaterial entsorgen und fruchtbare Asche bilden. Die regenerationsfähigen Bäume und Sträucher werden durch das Feuer wie durch einen Pflanzschnitt verjüngt und behalten im neuen Austrieb ihre charakteristischen Wuchsformen bei. Die Fruchtkapseln der Proteengewächse im südafrikanischen Fynbos öffnen sich erst unter Hitzeeinwirkung, und die verbreiteten Samen finden ein mit Asche gedüngtes und von Licht- und Wurzelkonkurrenten befreites Keimbeet vor. Auch die Zapfen mancher Kiefern öffnen sich erst nach einem Feuer. Besonders feuerresistente Arten werden allerdings kaum durch Feuer verjüngt, dazu zählen die Korkeichen. Auch die Riesenmammutbäume in Kalifornien verdanken ihr Alter von mehreren tausend Jahren nicht zuletzt ihrer feuerresistenten Borke.
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