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Windows Live® Suchergebnisse HeilpflanzenEnzyklopädieartikel
Heilpflanzen, zur Heilung oder Erhaltung der Gesundheit, insbesondere im Rahmen von Naturheilverfahren verwendete Pflanzen. Schon in den frühen Jäger- und Sammlerkulturen wurde die wohltuende Wirkung mancher Kräuter, Beeren oder Wurzeln erkannt, im Laufe der Jahrtausende wurden diese Erfahrungen weiterentwickelt. Heilpflanzen gehörten zu den wichtigsten Naturprodukten und lieferten oft die einzigen Mittel zur Heilung, bis die moderne Naturwissenschaft und der technische Fortschritt die Herstellung immer neuer, künstlicher Medikamente erlaubten. Die hoch entwickelte Pharmazie der industriellen Gesellschaft führte zu einer zunehmenden Loslösung von der Natur und ihren Heilmitteln. Die Zunahme von Allergien gegen viele Stoffe, Resistenzen von Mikroorganismen gegen herkömmliche Antibiotika und die immer häufigere Wirkungslosigkeit mancher schulmedizinischer Methoden lassen heute wieder viele Menschen zu Heilpflanzen zurückfinden. Selbst die reinste, natürliche Einzelsubstanz einer Pflanze kann eine andere Wirkung haben als die Verwendung der gesamten Pflanze. Bei Aufguß oder Abkochung der Pflanze entsteht eine Mischung aus ihren heilkräftigen Substanzen, die außer aktiven Wirkstoffen zahlreiche weitere, zum Teil noch unbekannte Verbindungen enthalten kann. Für eine Selbstbehandlung sind Heilpflanzen nur bei leichten Beschwerden und in geringer Dosierung zu empfehlen. Länger andauernde Therapien sollten nur ein Arzt oder Heilpraktiker durchführen. Auch vom Selbstsammeln ist abzuraten, denn es verlangt viel Kenntnis bei Ernte und Konservierung. Auch dürfen aus Naturschutzgründen viele einheimische Heilpflanzen nicht aus der Natur entnommen werden; ein großer Teil der europäischen Heilpflanzen ist bereits durch unkontrolliertes Sammeln gefährdet. Die Art der Verwendung von Heilpflanzen ist vielfältig; sie können als Aufguss, Absud, Tinktur, Lösung, Pillen, Tees, Auszüge, Einreibungen und vieles mehr eingesetzt werden. Die Fülle der Heilpflanzenarten und die vielfältigen Möglichkeiten ihres Einsatzes machen eine umfassende Darstellung an dieser Stelle unmöglich, es werden deshalb einige Beispiele vorgestellt. Die Küchenzwiebel (siehe Lauch) lindert Erkrankungen der Atemwege, wirkt desinfizierend im Verdauungsapparat und unterstützt die Ausscheidung von Gallenflüssigkeit. Ähnliche Wirkung zeigt Knoblauch, der darüber hinaus noch blutdrucksenkend und antisklerotisch ist. Bekannt ist auch die positive Wirkung von Arnika auf Kreislauf und Herz und bei der Wundheilung. Wermut kann bei Krämpfen angewendet werden. Die Ringelblume ist schon lange als Heilpflanze bekannt, ihre Inhaltsstoffe unterstützen die Lebertätigkeit, lindern Magen- und Darmkrämpfe und helfen als äußerliche Tinktur bei schlecht heilenden Wunden oder rissiger Haut. Die Echte Kamille wird als entzündungshemmend, krampflösend und schweißtreibend geschätzt. Auch viele Gemüse- und Obstpflanzen enthalten wirksame Substanzen, lebenswichtige Vitamine und Spurenelemente und unterstützen den Körper in der Mobilisierung seiner Selbstheilungskräfte.
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