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Rudolf Höß

Enzyklopädieartikel

Rudolf Höß (1900-1947), Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz (1940-1943).

Höß wurde am 25. November 1900 als Sohn eines streng katholischen Kaufmanns in Baden-Baden geboren. Nach dem Tod seines Vaters meldete sich der 15-jährige Höß freiwillig zur Armee und war bis zum Ende des 1. Weltkrieges in den Rang eines Unteroffiziers aufgestiegen. Nach dem Krieg schloss er sich dem Freikorps Roßbach an, mit dem er u. a. im Baltikum und im Ruhrgebiet kämpfte, und 1922 trat er der NSDAP bei. Wegen seiner Beteiligung an einem Fememord, in den auch Martin Bormann verwickelt war, wurde er 1923 zu zehn Jahren Haft verurteilt, aber bereits 1928 im Rahmen einer Amnestie freigelassen. In der Folgezeit schloss er sich der nationalistisch-völkischen Artamanen-Gesellschaft an; hier lernte er Heinrich Himmler kennen, der ihn 1934 zum Eintritt in die SS bewegte. Bereits im Juni 1934 wurde Höß Blockführer im Konzentrationslager Dachau, einem der ersten Konzentrationslager in Deutschland, dessen Struktur und System modellhaft für die Konzentrationslager im deutschen Machtbereich wurden. 1938 wechselte Höß, unterdessen im Rang eines Hauptsturmführers, ins Konzentrationslager Sachsenhausen. Am 1. Mai 1940 wurde er als Kommandant nach Auschwitz versetzt, das er zum größten Konzentrations- und Vernichtungslager ausbaute. In Auschwitz organisierte Höß den reibungslosen Ablauf des Massenmords und führte die Vergasung mit Zyklon B als effektive Tötungsmethode in eigens errichteten Anlagen (Auschwitz-Birkenau) ein. Im November 1943 wurde Höß in die für Konzentrationslager zuständige Abteilung im Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (WVHA) versetzt, kehrte jedoch im Juni 1944 vorübergehend nach Auschwitz zurück, um die Ermordung der ungarischen Juden zu leiten (circa 400 000 Opfer).

Am 11. März 1946 wurde Höß von der britischen Militärpolizei verhaftet und drei Monate später an Polen ausgeliefert. In der Haft schrieb er seine autobiographischen Aufzeichnungen Kommandant in Auschwitz (1958 in Deutschland veröffentlicht), in denen er sich als pflichtbewußter Befehlsempfänger ohne jedes Schuldbewusstsein darstellte. Am 2. April 1947 wurde er vom polnischen Obersten Volksgericht zum Tod verurteilt; zwei Wochen später, am 16. April, wurde er vor seinem einstigen Wohnhaus in Auschwitz hingerichtet.

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