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Windows Live® Suchergebnisse HolismusEnzyklopädieartikel
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Holismus (griechisch holon: das Ganze), von Jan Christiaan Smuts in Holism and Evolution (Die holistische Welt) 1926 geprägte Bezeichnung für eine Grundhaltung in der Philosophie und den Wissenschaften, die sich gegen das die Wirklichkeit in unendlich viele Teilaspekte zergliedernde Denken richtet und auf eine ganzheitliche Perspektive hin orientiert ist. Dabei ist das Ganze mehr als seine Teile. Methodisch wendet sich der Holismus folgerichtig gegen solche Wissenschaftsprogramme, die das Ganze lediglich als Mosaik seiner Teile betrachten und meinen, über die Untersuchung des Teils zum Verständnis des Ganzen gelangen zu können. Holistische Positionen wurden in allen Epochen der Geschichte der Philosophie vertreten, in der Antike etwa von Aristoteles, später von Denkern wie Gottfried Wilhelm Leibniz oder Georg Wilhelm Friedrich Hegel.
Der Holismus Jan Christiaan Smuts’ steht insbesondere für jene Auffassungen von der Totalität des Lebendigen, die sich gegen den zu seiner Zeit vorherrschenden mechanistischen Evolutionismus bzw. Darwinismus wenden. Biologische Phänomene lassen sich nach der Überzeugung des biologischen Holismus nur dann verstehen, wenn man das Lebendige strukturell und funktionell in seiner Interaktion sowohl mit seinen Subsystemen als auch mit der es umgebenden Welt begreift und betrachtet. In Anknüpfung an den biologischen Holismus wurde Adolf Meyer-Abich zum führenden Vertreter einer sich als methodisch holistisch verstehenden Naturphilosophie in Deutschland (Naturphilosophie auf neuen Wegen, 1948).
Vertretern einer holistischen Perspektive in der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie geht es um die Entwicklung einer allgemeinen Theorie der Deutung und Erklärung. Zu ihnen zählen Pierre-Maurice Duhem (1861-1916) und Willard Van Orman Quine. Im Zentrum steht dabei die These, dass nicht lediglich Teile einer Theorie falsifiziert oder verifiziert werden können, sondern immer nur die Theorie als Ganze (Duhem-Quine-Hypothese). Von diesem „gemäßigten” unterscheidet Wolfgang Stegmüller (Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie, Bd. II) einen „strengen” Holismus, der behauptet, dass zwischen dem empirischen Gehalt einer Theorie und den sie stützenden empirischen Daten nicht unterschieden werden könne und weiterhin die theoretischen Terme der Theorie von deren Gehalt abhingen.
Von einem semantischen Holismus spricht man im Hinblick auf Auffassungen, die behaupten, man könne einen Satz und erst recht ein Wort ohne Einbezug der Sprache in ihrer Ganzheit nicht sinnvoll zum Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung machen. Bedeutung entfalte sich immer im Gesamtkontext der Sprache, zu dem insbesondere auch die Gewohnheiten ihres Gebrauchs gehören (Siehe auch Semantik).
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