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    Hugo von Trimberg. ca. 1230 - ca. 1315. Werke. Renner

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Hugo von Trimberg

Enzyklopädieartikel

Hugo von Trimberg (nach 1230 bis nach 1313), fränkischer Dichter. Sein Hauptwerk ist das mittelhochdeutsche Lehrgedicht Der Renner. Ein schön und nützlich buch, darinnen angezeygt wird, eynem Jegklichen welcher wirden, wesens oder Standts er sey...

Hugo von Trimberg wurde in Werna bei Würzburg geboren und besuchte vermutlich die Klosterschule in Würzburg. Um 1260 kam er als Lehrer an das Stift Sankt Gangolf bei Bamberg und war dort 40 Jahre als Schulrektor tätig. Nach eigenen Angaben verfasste er sieben deutsche und fünf lateinische Lehrgedichte; sein Werk ist nur unvollständig erhalten. Die Laurea Sanctorum, ein Kalendarium für den Schulgebrauch, ist das vermutlich älteste seiner lateinischen Lehrgedichte; ein frühes deutsches Gedicht ist der Samener, das um 1266 entstand und in den 25 000 Verse umfassenden Renner (größtenteils zwischen 1290 und 1300 verfasst, Erstdruck 1549) Eingang fand. Der Renner ist in über 60 Handschriften und -fragmenten überliefert und zählt zu den meistverbreiteten literarischen Zeugnissen des Mittelalters; noch im Zeitalter der Aufklärung wurde es als bedeutendes didaktisches Werk rezipiert. Dieser bürgerlich-moralische Sittenspiegel richtet sich zwar im Sinne der Kirchenlehre gegen die sieben Todsünden, nimmt aber über weite Strecken Züge einer Ständesatire an; in einer abwechslungsreichen Mischung folgen Exempel auf Anekdoten, Fabeln auf Predigtmärlein, dazwischen eingestreut sind Sprichwörter, Zitate aus der Bibel, der antiken Dichtung, aus theologischem Schrifttum und aus der Spruchsammlung des Freidank; darüber hinaus stellt das Werk ein Kompendium fast aller Wissensgebiete der damaligen Zeit dar.

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