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Windows Live® Suchergebnisse Hun SenEnzyklopädieartikel
Hun Sen (*1951), Ministerpräsident von Kambodscha (seit 1985). Hun Sen wurde am 4. April 1951 in Stung Treng geboren. 1969 schloss er sich den Roten Khmer an und kämpfte gegen das korrupte Regime Lon Nols. Als Pol Pot seine Schreckensherrschaft errichtete, lief Hun Sen 1975 mit seinen Kämpfern zu Heng Samrin und Chea Sim über, organisierte 1978 in Vietnam den Widerstand und unterstützte die Großoffensive auf Kambodscha. Ab 1979 war er als ZK-Mitglied einer der Führer der kommunistischen Revolutionären Volkspartei; 1985 trat er die Nachfolge des verstorbenen Chan Si im Amt des Ministerpräsidenten der Volksrepublik Kambodscha an und übernahm damit faktisch die Alleinherrschaft. 1991 kam es unter Vermittlung der Vereinten Nationen zu einem Friedensabkommen zwischen den Konfliktparteien im seit 1979 andauernden Bürgerkrieg, Prinz Sihanouk kehrte aus dem Exil zurück und bestieg als König einer konstitutionellen Monarchie den Thron von Kambodscha. Bei den ersten freien, von den Vereinten Nationen durchgeführten Wahlen im Mai 1993 setzte sich die royalistische FUNCINPEC Prinz Ranariddhs durch, und Hun Sen musste sich mit dem Amt des Zweiten Ministerpräsidenten begnügen. Den Versöhnungskurs des Königshauses gegenüber den kriegsmüden Roten Khmer nahm Hun Sen im Juli 1997 zum Anlass, seinen Rivalen Ranariddh zu stürzen, und entschied den Machtkampf zwischen Erstem und Zweitem Ministerpräsidenten für sich. Während Ranariddh, der sich während des Staatsstreiches im Ausland aufgehalten hatte, ins Exil ging, baute Hun Sen seine Machtposition in Kambodscha wieder aus, stimmte jedoch Anfang 1998 auf internationalen Druck der Rückkehr Ranariddhs nach Kambodscha und in die Politik zu. Aus den Wahlen vom Juli 1998 ging Hun Sens Volkspartei (Cambodian People’s Party, CPP) mit 64 der 122 Parlamentssitzen als stärkste Kraft hervor, die FUNCINPEC gewann 43 Mandate; Hun Sen wurde, nachdem der Verfassungsrat das von der Opposition angefochtene Wahlergebnis bestätigt hatte, als Ministerpräsident bestätigt. Die Wahl Ranariddhs zum Parlamentspräsidenten im November 1998 entschärfte den Konflikt zwischen den Rivalen Hun Sen und Ranariddh und damit auch die innenpolitische Krise erheblich. Die Wahlen vom Juli 2003 bestätigten Hun Sens CPP unter Zugewinnen als deutlich stärkste Kraft; mit 73 der insgesamt 123 Mandate verfehlte sie jedoch erneut die für eine Alleinregierung notwendige Zweidrittelmehrheit und sah sich wieder auf eine Koalition angewiesen. Aber erst im November 2003 nahmen auf Druck von König Sihanouk CPP und FUNCINPEC sowie die dritte im Parlament vertretene Partei, die Sam Rainsy Party (SRP), Koalitionsverhandlungen auf. Knapp ein Jahr nach den Wahlen, im Juni 2004, einigten sich die drei Parteien schließlich auf eine Regierung. Hun Sen als Führer der weitaus stärksten Partei wurde wieder Ministerpräsident, Ranariddh bekam erneut das Amt des Parlamentspräsidenten.
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