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Internationale Walfangkommission

Enzyklopädieartikel

Internationale Walfangkommission (International Whaling Commission, IWC), am 2. Dezember 1946 in Washington u. a. mit dem Ziel gegründete Kommission, die international gültigen Vorschriften über den Walfang zu überwachen und Informationen über Wale zu sammeln.

In ihrer Anfangszeit vereinbarte die IWC für den Walfang geographische Grenzen, jährliche Fangquoten, Fangverbote für einige Walarten, die Schonung von Mutter- und Jungtieren und begrenzte die Zahl der Fangschiffe und -häfen. Als der öffentliche Druck Ende der siebziger Jahre angesichts der rückläufigen Walbestände wuchs, stimmte die IWC 1979 dem weitgehenden Stopp des Einsatzes von Fabrikschiffen zu; diese wurden nur noch für die Jagd auf Zwergwale zugelassen. Die Fangquote wurde für alle Walarten zusammen auf 14 500 Tiere herabgesetzt, die Jagd auf bestimmte Arten wie den Pottwal wurde praktisch verboten. Zu dieser Zeit hatten fast alle Mitgliedsländer den Walfang bereits eingestellt. Nach einer weiteren starken Dezimierung der Walbestände wurde 1982 ein Verbot des kommerziellen Walfangs beschlossen, das seit 1986 gilt. Trotz dieses Verbots töteten Walfänger seit 1986 Zigtausende von Walen.

Norwegen, Japan und Island forderten wiederholt die Wiederzulassung des kommerziellen Walfangs, konnten sich jedoch mit entsprechenden Anträgen nicht durchsetzen. Japan betreibt seit 1987 Walfang aus so genannten wissenschaftlichen Gründen, wobei das Fleisch der harpunierten Tiere in der Regel in den Handel gelangt. Norwegen tötet seit 1993 wieder Wale, deren Fleisch angeblich nur zur Versorgung der eigenen Bevölkerung dient. 1994 wurde ohne Zustimmung Norwegens und Japans beschlossen, für 50 Jahre ein rund 21 Millionen Quadratkilometer großes Walschutzgebiet um die Antarktis einzurichten. Gleichzeitig wurden für die Urbevölkerung an den arktischen Küsten (u. a. die Eskimo) Fangquoten festgelegt. Auf der 55. Tagung der IWC 2003 in Berlin wurde der Schutz der Wale als ausdrückliches Ziel der Kommission festgeschrieben. Im selben Jahr nahm Island den Walfang wieder auf, begründete dies zunächst mit „wissenschaftlichen” Motiven und kehrte 2006 offiziell zum kommerziellen Walfang zurück. 2007 stellte Island den Walfang wegen fehlender Absatzmöglichkeiten für Walfleisch ein.

Organisatorisch gliedert sich die IWC, der 78 Staaten angehören, in die einmal jährlich tagende Kommission sowie in die Ausschüsse für Wissenschaft, Technik und Finanzen bzw. Organisation.

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