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Windows Live® Suchergebnisse Jiddisches TheaterEnzyklopädieartikel
Jiddisches Theater, jüdisches Theater in jiddischer Sprache. Im 19. Jahrhundert wurden von russischen und rumänischen Wandertruppen Couplets und kleinere Einakter in jiddischer Sprache vorgetragen. Abraham Goldfaden gründete 1877 im rumänischen Iaşi das erste professionelle jiddische Theater; auch schrieb er mehr als 30 Repertoirestücke, zumeist Operetten (Schulamit, 1880; Bar Kochbar, 1883), Komödien und Melodramen. Nach dem Ende des Russisch-Türkischen Krieges spielte Goldfaden mit großem Erfolg in Russland und regte die Gründung weiterer Truppen, u. a. von Leon Lerner und Schumer-Scheikewitz sowie die Gimpel-Truppe in Lemberg, an. Die zu Klassikern der jiddischen Literatur gewordenen Schriftsteller Scholem Alejchem (Schwer zu sein ein Jud; nach seinem Roman Tewje, der Milchmann von 1894 entstand 1964 das erfolgreiche Broadway-Musical Fiddler on the roof), Isaak Leib Perez (1851-1915, Bei Nacht oifn Altn Markt, 1907) oder Jakob Gordin (1853-1909; Der jidischer kenig Lir, 1892) hatten maßgeblichen Anteil an der Herausbildung eines weltweit aufgeführten zeitgenössischen jiddischen Theaters. Der aus Rumänien stammende Theaterautor Joseph Lateiner (1853-1935) lebte seit 1883 in New York, wo er das erste ständige jiddische Theater gründete. Schon wenige Jahre später gab es in New York 21 jiddische Theater. In zahlreichen europäischen Städten wie London, Paris, Amsterdam und Berlin spielten ebenso jiddischsprachige Truppen wie in Argentinien, Südafrika, Rumänien und Polen. In Moskau existierte nach der Revolution von 1917 sogar ein jiddisches Staatstheater. Als denkwürdiges Ereignis in der Geschichte des jiddischen Theaters gilt die Uraufführung des Dramas Der Dibbuk (1920) durch die Wilnaer Truppe, die 1916 in der Hauptstadt Litauens gegründet worden war. Nach dem 2. Weltkrieg hielten zwei staatlich subventionierte Bühnen in Bukarest und Warschau die Tradition des jiddischen Theaters am Leben; seit einigen Jahren ist ein erneuertes Interesse an der jiddischen Sprache und Literatur zu beobachten.
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