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Windows Live® Suchergebnisse KeimfähigkeitEnzyklopädieartikel
Keimfähigkeit, Eigenschaft von Pflanzensamen, bei entsprechenden Außenbedingungen zu keimen, d. h. zu Jungpflanzen auszuwachsen. Bei ungünstigen Umweltbedingungen verharrt der Pflanzenembryo im Samen in einem Ruhezustand (Keimruhe). Dieser Zustand kann wenige Wochen dauern, wie z. B. bei Kautschukbäumen, oder viele Jahre. So waren Getreidekörner aus ägyptischen Grabbeigaben noch nach 2 000 Jahren keimfähig. Durch Wasseraufnahme beginnt der Embryo seine Keimung, indem das Pflanzengewebe aufquillt und die Samenschale gesprengt wird. Bei ungünstigen Keimbedingungen wie Wassermangel und zu niedrigen Temperaturen wird die Keimung durch verschiedene Mechanismen unterbunden. Substanzen (Aromate, Fruchtsäuren) in den Samen- und Fruchtschalen behindern den Wasser- und Sauerstoffeintritt. Durch mikrobiellen und witterungsbedingten Abbau (z. B. Feuereinwirkung) wird diese chemische Schutzhülle abgebaut und die Keimhemmung aufgehoben. Auch der Reifegrad des Embryos ist entscheidend für die Keimfähigkeit. Beispielsweise sind viele Samen einheimischer Pflanzen erst im Frühjahr vollständig entwickelt. Die Keimung gequollener Samen wird durch das Licht gefördert oder gehemmt. Man spricht daher von Lichtkeimern (Paprika) und Dunkelkeimern (Rettich). Niederländische Forscher berichteten 1998 über eine Methode, mit der sich die Keimfähigkeit von Samen ermitteln lässt. Sie fanden heraus, dass Chlorophyll ein guter Indikator für das Keimverhalten ist: Je weniger Chlorophyll ein Samen enthält, desto besser ist die Chance, dass er keimt. Der Chlorophyllanteil wird bestimmt, indem man die Samen mit rotem Laserlicht bestrahlt; dieses regt das Chlorophyll zum Leuchten an.
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