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Windows Live® Suchergebnisse Justinus KernerEnzyklopädieartikel
Justinus Kerner (1786-1862), Schriftsteller, Arzt und Parapsychologe. Er war einer der zentralen Dichter der Schwäbischen Romantik. Kerner wurde am 18. September 1786 als Sohn eines württembergischen Oberamtmannes in Ludwigsburg geboren; seine Kindheit schilderte er äußerst humorvoll in seiner Autobiographie Bilderbuch aus meiner Knabenzeit. Erinnerungen aus den Jahren 1786 bis 1804 (1849). Von 1804 bis 1808 studierte er an der Universität Tübingen Medizin und fand mit seiner Lyrik Aufnahme im Kreis der Schwäbischen Romantik um Ludwig Uhland, Karl Mayer, Gustav Schwab und Karl August Varnhagen von Ense. Eine einjährige Bildungsreise führte ihn 1809 nach Hamburg und Wien, wo er medizinische Praktika absolvierte; die auf dieser Reise geschriebenen Briefe an die Schriftstellerfreunde verwendete Kerner für seine aus Elementen verschiedener Gattungen gemischte Collage Reiseschatten. Von dem Schattenspieler Luchs (1811). Ab 1810 wirkte er als praktischer Arzt in mehreren württembergischen Orten; daneben gab er Almanache und Anthologien heraus und unterhielt eine ausgedehnte Korrespondenz. 1826 erschien eine erste Sammlung seiner volksliedhaft-schwermütigen Gedichte, weitere Sammelausgaben kamen 1852 mit Der letzte Blüthenstrauß und 1859 mit Winterblüthen heraus. Wie viele andere Dichter, Philosophen und Naturwissenschaftler der Romantik, so arbeitete auch Kerner ernsthaft im spekulativen Bereich der Grenzwissenschaften des Spiritismus, Somnambulismus und Okkultismus, was in der Erzählung Die Heimatlosen (1816) und in der Abhandlung Die Seherin von Prevorst. Eröffnungen über das innere Leben des Menschen und das Hereinragen einer Geisterwelt in die unsere (1829) zum Ausdruck kommt. Eine Kuriosität stellen die Klecksographien des erblindenden Dichters dar, die Kerner 1857 zyklisch zusammenstellte und die 1890 posthum erschienen, Lyrik zu amorphen Bildern, der von der Literaturwissenschaft als Erzeugnis eines Spiels mit dem Unterbewusstsein avantgardistische und präsurrealistische Bedeutung zugemessen wird. Sein 1822 erbautes Haus in Weinsberg war berühmt für seine Gastfreundschaft und jahrzehntelang ein geistiges Zentrum Württembergs; darüber berichtete sein Sohn Theobald Kerner in Das Kernerhaus und seine Gäste (1897). Der Schriftsteller starb am 21. Februar 1862 in Weinsberg; der Justinus-Kerner-Verein und die Zeitschrift Suevica pflegen sein geistiges Erbe.
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