Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Kosmogonie", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren. Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Kosmogonie |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse KosmogonieEnzyklopädieartikel
Kosmogonie, mythische, religiöse, philosophische und naturwissenschaftliche Lehren von der Entstehung der Welt. Die naturwissenschaftliche Kosmogonie wird begrifflich zumeist mit der Kosmologie gleichgesetzt. Allerdings liegt im Begriff der Kosmogonie der Akzent mehr auf dem theoretischen Verstehen des „Anfangs”, der nach heutiger Kenntnis im Sinne der Urknalltheorie verstanden werden muss. Die Kosmologie umfasst thematisch auch die Untersuchung der heutigen Struktur des Kosmos. Da aber beides, „Anfang” und heutiger Zustand des Universums, theoretisch nicht mehr getrennt betrachtet werden können, ist in den Naturwissenschaften die Unterscheidung von Kosmogonie und Kosmologie obsolet. In der Neuzeit musste noch bis zum Zeitalter Immanuel Kants jeder Versuch der Wissenschaften, das Weltall geschichtlich zu verstehen, den direkten Widerspruch zum biblischen Schöpfungsglauben und den Konflikt mit der Kirche meiden. Rene Descartes sah sich genötigt, seine in den „Prinzipien der Philosophie” veröffentlichte Wirbeltheorie – eine spekulative Kosmogonie der Erde und der Planeten – als reine Fiktion zu tarnen. Als Urform moderner Kosmogonien gilt Kants in der „Allgemeinen Naturgeschichte und Theorie des Himmels” von 1775 niedergelegter Versuch, den Kosmos entwicklungsgeschichtlich zu beschreiben. Die Kosmologien des 20. Jahrhunderts beruhen auf zahlreichen theoretischen und methodischen Voraussetzungen, die im Laufe des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschaffen wurden. Dazu zählen vor allem die Fortschritte in der Kernphysik und die Aufstellung der Allgemeinen Relativitätstheorie (siehe Relativitätstheorie) durch Albert Einstein (1915), aber auch neue Beobachtungsmöglichkeiten wie z. B. die Spektroskopie oder die Radioastronomie. Mitte des Jahrhunderts standen sich noch zwei Theorien gegenüber: die „steady state”-Theorie, der zufolge sich das Universum zwar in ständiger Veränderung befindet, aber keinen Anfang und kein Ende besitzt, und das 1922 veröffentliche Modell, das unter der Bezeichnung „Friedmann-Kosmos” bekannt wurde und im Laufe der folgenden Jahrzehnte zur heutigen Theorie des Urknalls weiter entwickelt worden ist. Zur Zeit gilt diese Theorie als das am besten begründete, plausibelste und am besten mit den Beobachtungen übereinstimmende Bild von der Entstehung und der Struktur des Universums. Die Frage nach der langfristigen Zukunft des Weltalls kann auch diese Theorie nicht beantworten, solange die Gesamtmasse und damit die Dichte des Universums nicht bekannt ist. Prinzipiell gibt es drei Möglichkeiten: Das Weltall dehnt sich endlos aus (offenes Weltall); es dehnt sich zwar weiter aus, allerdings immer langsamer, so dass es eine bestimmte Grenze nicht überschreiten kann (flaches Weltall); oder nach Erreichen einer maximalen Ausdehnung zieht es sich wieder zusammen und strebt zurück zum Zustand des Urknalls: In einem „Big Crunch” enden Zeit und Raum (geschlossenes Weltall).
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |