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Windows Live® Suchergebnisse Reichstag von KremsierEnzyklopädieartikel
Reichstag von Kremsier, österreichischer Reichstag, der 1848/49 in Kremsier in Mähren tagte. Der Reichstag war aus allgemeinen Wahlen hervorgegangen und hatte sich am 22. Juli 1848 in Wien konstituiert, wurde wenig später jedoch vertagt und vor dem Hintergrund der andauernden Unruhen (siehe Märzrevolution) für den 15. November 1848 nach Kremsier einberufen. Angeführt von František Palacký bzw. Ludwig von Löhner entwarfen die slawischen und deutsch-österreichischen Volksvertreter gemeinsam eine Verfassung, die im Rahmen eines föderalistisch strukturierten Gesamtösterreichs, das weiterhin als Monarchie erhalten bleiben sollte, den Interessen der Nationalitäten gerecht werden sollte. Alle im Reichstag vertretenen Volksgruppen und Parteirichtungen stimmten dem Entwurf zu. Bevor es zur formellen Annahme des Entwurfs kam, ließ Ministerpräsident Felix Fürst zu Schwarzenberg am 4. März 1849 den Reichstag von Kremsier durch Militär auflösen; Kaiser Franz Joseph I. oktroyierte am selben Tag eine zentralstaatliche Verfassung, die so genannte Märzverfassung, die allerdings selbst nie mit Leben erfüllt wurde. Als Antwort auf den Schritt des Kaisers rief die ungarische Revolutionsregierung, die sich im September 1848 unter Lajos Kossuth etabliert hatte, am 14. April 1849 die Republik aus. Sie wurde im August 1849 von den durch Österreich zu Hilfe gerufenen russischen Truppen zerschlagen.
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