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Kulturpessimismus

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Oswald SpenglerOswald Spengler

Kulturpessimismus, Sammelbegriff für die Position unterschiedlichster, zumeist im Rahmen von Kulturzyklentheorien entwickelter kulturphilosophischer bzw. kulturkritischer Systeme, die das jeweils gegenwärtige Stadium des kulturellen Entwicklungsprozesses als einen in sich logischen und letztlich unausweichlichen Verfallsprozess beschreiben.

Den aus der Perspektive seiner zyklischen Geschichtsidee unausweichlichen Niedergang der abendländischen Kultur illustrierte Oswald Spengler in Der Untergang des Abendlandes (2 Bde., 1918-1922), in dem er aufzuzeigen suchte, dass jede Kultur analog zum lebenden Organismus einen dreiteiligen Lebenszyklus von Jugend, Reife und Alter durchlaufe. Auf das vom Verfall geprägte Alter folgt nach Spengler notwendig der Tod oder – in Übertragung auf die Kultur – der Untergang, gefolgt von der Geburt einer neuen Kultur. Die abendländische Kultur befindet sich für Spengler auf der letzten Stufe ihrer Entwicklung. Ein Indiz hierfür ist ihm die Macht, die die Kultur der Technik eingeräumt habe. Ein Zeichen des Untergangs sah er in der typischen Dekadenz des Lebens in den Großstädten seiner Zeit, wo er eine Parallele zum Zerfall des Babylonischen und des Römischen Reichs entdeckte.

Als kulturpessimistisch kann auch das Werk Jean-Jacques Rousseaus gelesen werden, der in Über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen (1755) die Geschichte der Menschheit als einen Abstieg aus einem paradiesischen Urzustand darstellte. Diese Form des Kulturpessimismus wirkte vor allem in der Literatur, so auf François René Vicomte de Chateaubriand. Auch das Werk Friedrich Nietzsches war stark kulturpessimistisch geprägt. Er sah in der Moral, insbesondere in der christlichen Moral, den Grund für den Niedergang der abendländischen Kultur.

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