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Künstlerdrama

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Johann Wolfgang von GoetheJohann Wolfgang von Goethe

Künstlerdrama, dramatisierte Künstlerbiographie oder Drama, das den Konfliktstoff aus der Problematisierung der künstlerischen Existenz herleitet. Seine Geschichte beginnt erst mit der Herausbildung des Geniebegriffs im 18. Jahrhundert und dem gleichzeitig einsetzenden Interesse an der Figurenpsychologie.

Das Künstlerdrama kann von fiktiven oder – als Untergattung des Geschichtsdramas – von berühmten Künstlerpersönlichkeiten handeln, so in Adam Gottlob Oehlenschlägers Correggio (1809) und Friedrich Hebbels Michelangelo (1855). Überzeitlichen Charakter entwickeln Künstlerdramen, die den Konflikt von Gesellschaftsnormen und Individualismus exemplarisch und ohne Streben nach historischer Genauigkeit thematisieren, darunter Johann Wolfgang Goethes Torquato Tasso (1790), Franz Grillparzers Sappho (1819), Richard Wagners Tannhäuser (1845) oder Gerhart Hauptmanns Michael Kramer (1900); häufig verweisen sie durch Einbeziehung autobiographischer Elemente auf die Lebensproblematik des Autors. Das historische Künstlerdrama lebt im 20. Jahrhundert vor allem im Film weiter, namentlich in den historischen Ausstattungsfilmen u. a. über Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Vincent van Gogh oder Michelangelo; im Bereich des zeitgenössischen Theaters brachte die politisch motivierte Frage nach dem gesellschaftlichen Standort und Stellenwert des Künstlers zahlreiche Künstlerdramen hervor, so Peter Weiss’ Hölderlin (1971) oder Gaston Salvatores Büchners Tod (1972). Thomas Bernhards Künstlerdramen wie Minetti (1977) nehmen in ihrer absichtsvollen Künstlichkeit und monomanischen Selbststilisierung eine Sonderstellung ein.

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