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Julien Offray de La Mettrie

Enzyklopädieartikel

Julien Offray de La Mettrie (1709-1751), Arzt und Naturphilosoph der französischen Aufklärung, Vertreter eines radikalen Materialismus. Berühmt geworden ist der am 25. Dezember 1709 in der nordfranzösischen Hafenstadt Saint-Malo geborene La Mettrie durch seine Deutung des Menschen als einer komplexen Maschine. Alle Bewusstseinsvorgänge werden für La Mettrie kausal von physiologischen Prozessen verursacht. Im Gegensatz zum Rationalismus René Descartes’ (1596-1650) glaubt La Mettrie nicht, dass die Welt in Bewusstseinsdinge (res cogitans) und materielle Dinge (res extensa) unterteilt werden könne. Bewusstsein sei vielmehr eine Eigenschaft der Materie selbst. Materie begreift er als in sich selbst bewegte, zu deren Erklärung es keines Gottes bedürfe. Daneben vertritt er eine hedonistische, an Epikur (341-271 v. Chr.) orientierte Ethik. Sein materialistisch-atheistisches Weltbild setzte ihn zeit seines Lebens kirchlicher und staatlicher Verfolgung aus. Aus Frankreich floh er zunächst ins holländische Exil und von dort weiter nach Preußen. Die letzten vier Jahre seines Lebens verbrachte er am liberalen Hof Friedrichs II. von Preußen (Friedrichs des Großen) in Potsdam. Von Voltaire (1694-1778) wurde er dort als „Hof-Atheist” verspottet. 1751 starb La Mettrie unter mysteriösen Umständen in Berlin.

Wichtige Werke La Mettries sind die Histoire naturelle de l’âme (1745), L’homme machine (1748; Der Mensch als Maschine, 1985) sowie der Discours sur le bonheur (1750; Über das Glück oder Das höchste Gut, 1985).

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