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Windows Live® Suchergebnisse Lien ChanEnzyklopädieartikel
Lien Chan (*1936), nationalchinesischer Politiker, Ministerpräsident (1993-1997) und Vizepräsident (1996-2000) von Taiwan, Vorsitzender der Kuomintang (seit 2000). Geboren am 27. August 1936 in Sian in der zentralchinesischen Region Schensi, übersiedelte Lien Chan mit seinen Eltern 1946 nach Taiwan und studierte Politikwissenschaften in Taipeh sowie Internationales Recht und Auswärtige Beziehungen in Chicago. Nach seiner Promotion 1965 lehrte er als Assistenzprofessor in den US-Bundesstaaten Wisconsin und Connecticut und übernahm 1969 in Taipeh einen Lehrstuhl für Politikwissenschaften. 1975 wurde er Botschafter in El Salvador, stieg 1978 in das Zentralkomitee der Kuomintang auf, amtierte ab 1981 als Verkehrsminister und wurde 1987 in die Parteispitze aufgenommen. Ab 1987 Vizepremier und ab 1988 Außenminister, wechselte er 1990 in das Amt des Gouverneurs der Provinz Taiwan. 1993 berief Staatspräsident Lee Teng-hui Lien Chan im Zuge der Parteireform zum Ministerpräsidenten, und 1996 wurde Lien Chan außerdem zum Vizepräsidenten ernannt. Im August 1997 trat er mit seiner gesamten Regierung zurück; sein Nachfolger als Ministerpräsident wurde Vincent Siew. Bei den Präsidentschaftswahlen im März 2000 unterlag er als Kandidat der Kuomintang klar dem Kandidaten der Opposition, Chen Shui-bian. Im Juni 2000 wurde er zum Vorsitzenden der Kuomintang gewählt, nachdem Lee Teng-hui infolge heftiger parteiinterner Auseinandersetzungen, die auf die Wahlniederlage gefolgt waren, vom Parteivorsitz hatte zurücktreten müssen. Im März 2001 wurde Lien Chan als Parteivorsitzender bestätigt. Bei den Parlamentswahlen im Dezember 2001 mussten Lien Chan und die Kuomintang eine weitere schwere Niederlage hinnehmen: Die Partei erlitt erdrutschartige Verluste, gewann nur noch 68 der insgesamt 225 Mandate und büßte mit der absoluten Mehrheit nun auch ihre Machtposition im Parlament gegenüber Präsident und Regierung ein. In der Folgezeit gewann die Kuomintang wieder stark an Zustimmung, und alles deutete darauf hin, dass Lien Chan bei den Präsidentschaftswahlen im März 2004 den Amtsinhaber Chen Shui-bian besiegen würde. Aber Lien Chan unterlag erneut, wenn auch nur hauchdünn, und zwar mit nicht einmal einem Prozentpunkt. Lien Chan warf Chen Shui-bian Wahlmanipulation vor und reichte beim Obersten Gericht Klage ein, um eine Wiederholung der Wahlen herbeizuführen.
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