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Windows Live® Suchergebnisse LunarperiodizitätEnzyklopädieartikel
Lunarperiodizität (lateinisch lunaris: Mond-), Abhängigkeit verschiedener Lebensprozesse von der Mondphase. Im Gegensatz zur Tagesperiodizität, die viele Organismen zeigen, ist hier nicht die Lichtmenge der Zeitgeber für eine biologische Uhr, sondern der Stand des Mondes. Dies ist besonders wichtig für Bewohner der Gezeitenzone, da diese ihre Aktivität auf die sich rhythmisch ändernden Bedingungen ihres Lebensraums einstellen können. Bei vielen dieser Organismen existiert außerdem ein lunarperiodischer Fortpflanzungszyklus, der korreliert ist mit dem alle 30 bzw. alle 15 Tage einsetzenden Spring- und Nipp-Tidenzyklus. Der Zeitgeber für diese Periodik ist in mittleren Breiten das wechselnde Licht des Mondes, in nördlichen Breiten wegen der im Sommer kurzen Nächte und der geringen Vollmondhöhe die Gezeitendynamik. Die lunarperiodische Fortpflanzungsweise ist kompliziert und verlangt in den meisten Fällen mindestens zwei Zeitgeber für eine innere Uhr. Bei Zuckmücken der Gattung Clunio wird die Tagesperiodik durch eine Lunarperiodik ergänzt, die das Schlüpfen der Imagines mit dem Auftreten von extremen Niedrigwassern korreliert. Nur dann fällt der Lebensraum der Larven trocken. Die lunare Uhr reguliert die Verpuppung der Larven, sie verpuppen sich circa fünf Tage vor Voll- oder Neumond. Das Schlüpfen der Imagines fünf Tage später wird durch eine tagesperiodische (circadiane) Uhr gesteuert, wie bei vielen Schmetterlingen auch. Lunarperiodizität kann auch dazu dienen, bei Meeresbewohnern die Abgabe der Geschlechtsprodukte ins Wasser zu synchronisieren und dadurch die Befruchtung sicherzustellen. Im Falle des Palolowurmes (Eunice viridis) geschieht dies nur an einem einzigen Tag, abhängig vom Eintritt der Springflut und wird, neben anderen Zeitmesssystemen, durch eine lunare Uhr gesteuert. Auch beim Menschen gibt es Hinweise auf lunarperiodische Prozesse. So könnte der Menstruationszyklus der Frau ursprünglich mit der Mondphase als Zeitgeber gekoppelt gewesen sein. Schweizer Wissenschaftler berichteten 1998 im Wissenschaftsmagazin Nature, Fichtenstämme würden in Abhängigkeit von den Mondphasen minimal an- und abschwellen. Dies treffe auch auf Stämme ohne Wurzeln und Krone zu, solange deren Zellen lebten. Offenbar halte der Mond in den Zellen Wasser fest und lasse es wieder abfließen.
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