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Windows Live® Suchergebnisse LustspielEnzyklopädieartikel
Lustspiel, ab 1536 belegte Übersetzung für das lateinische comoedia, die sich – neben den Bezeichnungen comedia oder comedie – als Gattungsbezeichnung für die Komödie im 16. Jahrhundert langsam ausbreitete. Daneben existierten noch andere Bezeichnungen wie Scherzspiel, Freudenspiel oder Schimpfspiel; erst mit Johann Christoph Gottscheds Versuch einer Critischen Dichtkunst vor die Deutschen (4. Aufl. 1751) setzte sich der Begriff endgültig durch. Zugleich veränderte sich die Auffassung des Lustspiels als komisches Drama hin zum weinerlichen Lustspiel (in starker Anlehnung an die comédie larmoyante), das nun auch ernste, empfindsame und lehrhaft-moralische Elemente aufwies. Das führte letztendlich dazu, dass im 18. Jahrhundert unter dem Begriff Lustspiel „ein ernsthaftes, erbauliches Vergnügen gefaßt” wurde, dem traditionelle komische Elemente wie „das befreiende oder gar entlarvende Gelächter und die rein komischen Effekte unerwünscht” (Hans Joachim Schrimpf) waren. Durch die Doppelverwendung von „Komödie” und „Lustspiel” gab es seit dem 19. Jahrhundert innerhalb der deutschen Dramentheorie immer wieder Bemühungen einer grundlegenden Differenzierung beider Begriffe. So findet sich ein Unterscheidungsversuch bei August Wilhelm Schlegel in den Wiener Vorlesungen über dramatische Kunst und Literatur (1808): Danach spielt die Tragödie in der idealischen, die Komödie in der phantastischen und das Lustspiel, von der neuen attischen Komödie an, in der wahrscheinlichen Welt. Im 20. Jahrhundert versuchten Paul Kluckhohn,Wolfgang Kayser und Otto Rommel noch einmal eine Bestimmung und Abgrenzung des Lustspiels von der Komödie. In der gegenwärtigen Literaturwissenschaft wird der Begriff aufgrund der großen Schwierigkeit, stringente Unterscheidungskriterien benennen zu können, meistens synonym mit dem der Komödie gebraucht.
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