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Windows Live® Suchergebnisse MapucheEnzyklopädieartikel
Mapuche, hauptsächlich im mittleren und südlichen Chile, zu einem kleinen Teil auch in Argentinien ansässige Ethnie mit insgesamt knapp einer halben Million Angehörigen; sie sprechen eine isolierte Sprache. Häufig werden sie auch Araukaner genannt, diese Bezeichnung geht auf das Quechua-Wort auca (wilder Krieger, Feind) zurück und bezog sich bei den Inka generell auf Grenzvölker. Die Mapuche, das bedeutet „Menschen des Landes”, blicken auf eine lange kriegerische Geschichte zurück: Ende des 15. Jahrhunderts konnten sie eine Invasion der Inka erfolgreich abwehren, seit dem 16. Jahrhundert waren sie in Kämpfe mit den spanischen Eroberern verwickelt. Wichtiges Element ihrer überaus erfolgreichen Kriegsführung war die Übernahme des von den Spaniern eingeführten Pferdes; eine kriegerische Reiterkultur entwickelte sich. Im 18. Jahrhundert erweiterten die Mapuche ihr Siedlungsgebiet nach Osten in das heutige Argentinien aus, um so den immer zahlreicher werdenden weißen Eroberern und Siedlern auszuweichen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie schließlich militärisch besiegt und in kleine, reducciónes genannte Verwaltungseinheiten angesiedelt. In den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts forderten die Mapuche radikale Landreformen sowie mehr indianische Autonomie und unterstützten in der Mehrheit Präsident Allende. Unter der Militärdiktatur ab 1973 waren sie deshalb harten Repressionen ausgesetzt, Tausende Mapuche wurden ermordet oder deportiert. Die wirtschaftliche Grundlage der Mapuche bilden in ländlichen Gebieten die Zucht von Rindern und Schafen sowie der Anbau von Weizen, der ursprünglich von den Europäern eingeführt wurde, Mais und Hafer sowie von Kartoffeln, Bohnen und weiteren Gemüsesorten. In den letzten Jahren sind viele Mapuche aufgrund der beengten Landverhältnisse in den reducciónes jedoch in die Städte abgewandert, oder sie verdienen ihren Lebensunterhalt durch Lohnarbeit bei Großgrundbesitzern. Traditionelle Glaubensvorstellungen sind nach wie vor von großer Bedeutung, obwohl sich viele Mapuche nominell zum Katholizismus bekennen. Diese Vorstellungen sind geprägt durch den Glauben an eine hierarchisch geschichtete Götterwelt sowie durch die Verehrung von Ahnengeistern. Als Mittler zwischen der Menschen- und der spirituellen Welt fungieren machi genannte Heilerinnen und Seherinnen.
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