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Marie Louise

Enzyklopädieartikel

Marie Louise (1791-1847), Kaiserin der Franzosen.

Marie Louise wurde am 12. Dezember 1791 als Tochter Kaiser Franz’ II. in Wien geboren. 1810 wurde sie gegen ihren Willen mit Napoleon I. verheiratet. Die Heirat war von beiden Seiten mit machtpolitischem Kalkül verbunden: Napoleon strebte durch Einheirat in die habsburgische Dynastie eine Festigung der Legitimität des jungen französischen Kaisertums an, Kaiser Franz und seinem Außenminister Metternich, der die Heirat betrieben hatte, lag nach den Niederlagen gegen Frankreich (siehe Napoleonische Kriege) an einer Stabilisierung des französisch-habsburgischen Verhältnisses. 1811 gebar Marie Louise Napoleon den erhofften Thronfolger, den späteren Herzog von Reichstadt. Nach Napoleons Abdankung 1814 an den Wiener Hof zurückgekehrt, erhielt sie vom Wiener Kongress die italienischen Herzogtümer Parma, Piacenza und Guastalla übertragen. Dort respektiert wegen der von ihr betriebenen Förderung von Wirtschaft und Kultur, lebte sie in morganatischer Ehe (Ehe „zur linken Hand”) zunächst mit ihrem Oberhofmeister Graf Neipperg, nach dessen Tod 1829 mit Karl Graf Bombelles. Marie Louise starb am 17. Dezember 1847 in Parma.

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