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Windows Live® Suchergebnisse MärtyrerdramaEnzyklopädieartikel
Märtyrerdrama, Form des Trauerspiels, das vom Leiden und Sterben eines Märtyrers handelt. Frühe Formen sind geistliche Dramen bzw. Legendenspiele des Mittelalters, in denen die Leidensgeschichte meist heiliggesprochener Gläubiger dargestellt wurde. Auch im Jesuitendrama gehörte die Thematik zu den bevorzugten Stoffen, so etwa bei Jakob Bidermann. Seine Hochphase erlebte das Märtyrerdrama im Trauerspiel des Barock, vor allem durch Dramen wie Catharina von Georgien. Oder bewehrete Beständigkeit (1657), Ermordete Majestät. Oder Carolus Stuardus König von Gross Brittannien (1657, überarbeitete Fassung 1663) und Grossmüttiger Rechts-Gelehrter. Oder Sterbender Aemilius Paulus Papinianus (1659) von Andreas Gryphius. Hier steht dem (einem Jenseits zugewandten) Märtyrer als Antagonist oft ein (dem Diesseits verhafteter) Tyrann gegenüber, so dass die Grenzen zum Tyrannendrama verwischen. Anders als in den Tragödien der Antike oder in den Dramen William Shakespeares steht der Märtyrer nicht einem auf eine Ordnung hin deutbaren Schicksal gegenüber, sondern ist vielmehr einer grundsätzlich durch Verfall geprägten Geschichte ausgesetzt, der er nur ein stoisches Erdulden entgegenstellen kann.
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