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Windows Live® Suchergebnisse MedreseEnzyklopädieartikel
Medrese, auch Madrasa, öffentliche Lehranstalt im Islam, die als eine Art Hochschule der theologischen und juristischen Lehre sowie dem Gebet diente. Medresen waren oft Stiftungen von Sultansfamilien oder höheren Staatsbeamten, meist wurde der Stifter nach seinem Tod hier auch in einer Grabkammer beigesetzt. Die Stiftung kam in der Regel nicht nur für den Bau der Medrese auf, sondern auch für die Unterbringung und den Lebensunterhalt von Lehrenden und Lernenden, die in der Medrese lebten. Als Baugattung entwickelte sich die Medrese seit dem Ende des 11. Jahrhunderts. Die Gebäude wurden meist um einen rechteckigen Hof gruppiert, an dessen vier Seiten sich je eine tonnengewölbte Halle (der so genannte Iwan) anschloss, so dass sich ein kreuzförmiger Grundriss ergab. Bei der westseldschukischen Medrese im Gebiet der heutigen Türkei wurde der Hof mit Arkaden umgeben, ähnlich den Kreuzgängen der mittelalterlichen Klöster. Diese Medresen besaßen meist nur einen Iwan, der als Vorlesungs- und Gebetssaal diente. Ein Beispiel für diesen Bautypus ist die Çifte-Minare-Medrese in Erzurum. Neben diesem Typus der Hofmedrese entwickelte sich die Kuppelmedrese, bei der der Arkadenhof durch einen kuppelüberwölbten Saal ersetzt wurde, in dessen Mitte oft ein Wasserbassin lag (z. B. die Karatay-Medrese in Konya, Mitte des 13. Jahrhunderts). Zur seldschukischen Medrese gehörten manchmal auch ein oder zwei Minarette.
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