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Windows Live® Suchergebnisse MeereisEnzyklopädieartikel
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Meereis, Eis, das sich auf den Meeren befindet. Meereis stammt entweder von Gletschern, die bis an das Meer heranreichen oder von Inlandeismassen der Polargebiete. Es kann auch durch Gefrieren von Meerwasser entstehen oder Fluss- und See-Eis sein, das in das Meer transportiert wird. Meerwasser gefriert im globalen Mittel bei Wassertemperaturen von -1,9 °C. Die Abweichungen von diesem Wert können erheblich sein; so liegt der Gefrierpunkt in der Ostsee bei etwa -0,53 °C. Der Unterschied ergibt sich aus dem Salzgehalt des Wassers, der in der Ostsee geringer ist als in den offenen Meeren.
Auf den Meeren beider Erdhalbkugeln schwankt der Grad der Eisbedeckung im Lauf eines Jahres. Im Norden liegt der Mindestwert der Eisbedeckung mit rund acht Millionen Quadratkilometern im September, das Maximum mit etwa 16 Millionen Quadratkilometern wird im März oder April erreicht. Der Süden ist im September mit circa 23 Millionen Quadratkilometern Meereis bedeckt, im März bzw. April sind es rund vier Millionen Quadratkilometer.
Meereis entsteht in mehreren Schritten: Ist der Gefrierpunkt des Wassers erreicht, bildet sich zunächst Neueis. Dabei schweben die Eiskristalle im Wasser und ergänzen sich an der Oberfläche zum Eisschlamm, der sich durch Schneefall zu Schneeschlamm entwickelt. Aus diesem resultiert wiederum der Eisbrei. Ist die Meeresoberfläche nicht turbulent, entsteht schließlich die Eishaut. Bei einem turbulenten Meer bildet sich das Pfannkucheneis, das als Treibeis zu Decken gefriert. Bei seitlichem Druck auf eine Eisdecke bildet sich Packeis, das durch Überschiebungen immer mächtiger wird.
Meereis beeinflusst das Klima in hohem Maße. Eis reflektiert einen wesentlich größeren Anteil der Sonnenstrahlung als Wasser. Dieser in die Atmosphäre zurückgeworfene Teil geht den unteren Luftschichten verloren. Die Eisschichten auf dem Meer reduzieren außerdem den Austausch von Wärme zwischen dem Wasser und der Luft. Das Eis, dessen Mächtigkeit im Jahresverlauf stark schwankt, beeinflusst den Jahresgang der Temperatur in der Umgebung. Außerdem verlieren Winde über den teilweise sehr zerklüfteten Eismassen einen Teil ihrer Energie, was sich auf Windstärke und -geschwindigkeit über den benachbarten Regionen auswirkt. Das Meereis beeinflusst nicht nur das Klima der unmittelbaren Umgebung, sondern angesichts seiner großen Flächen auch das der gesamten Erde. Bei fortschreitender Klimaerwärmung wird immer mehr Eis auf den Weltmeeren schmelzen, was die Rückstrahlung der Eisdecken vermindert und die Wärmeabgabe der Erde verringert. Die gewonnene Energie wird zur Erwärmung des Wassers und schließlich der Luft führen. Die zunehmende Menge von Wasserdampf in der Luft bedeutet erhöhte Niederschläge. Schmelzen große Meereisflächen, so werden zusätzlich riesige Mengen Süßwasser freigesetzt. Dieser Vorgang kann die Meeresströmungen modifizieren. So würde sich der Golfstrom mit hoher Wahrscheinlichkeit abschwächen. Das im Vergleich zur Breitenlage günstige Klima Nordeuropas würde sich entsprechend verändern. Genaue Angaben über das Ausmaß der Wirkung von Meereis auf das Weltklima können jedoch noch nicht gemacht werden.
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