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Hans Meyer

Enzyklopädieartikel

Hans Meyer (1858-1929), deutscher Afrikaforscher und Geograph.

Hans Meyer wurde am 22. März 1858 in Hildburghausen geboren. Nach dem Studium der Literatur, Geschichte und Staatswissenschaften in Leipzig, Berlin und Straßburg unternahm der Sohn eines bekannten Verlagsbuchhändlers von 1881 bis 1883 eine Weltreise, die ihn über den Nahen Osten nach Indien und auf die Philippinen brachte, wo er seine ersten anthropologischen Forschungen über die Igoroten durchführte. Weitere Stationen seiner Weltreise waren China, Japan, Kalifornien, Mexiko und Kuba. 1887 begann er mit seinen eigentlichen Forschungstätigkeiten in Schwarzafrika. Auf seiner ersten Reise durchquerte er Südafrika, Moçambique und Sansibar. Die zweite, 1888 absolvierte Reise, führte ihn als ersten Europäer in das Usambara-Bergland im Nordosten Tansanias. Seine dritte (1889) und vierte (1899) Expedition brachten ihn an den Kilimanjaro, wobei sein Interesse vor allem dem vulkanischen Ursprung und dem Ausmaß der Vergletscherung dieses Gebirges galt. Während der 1889 durchgeführten Forschungsreise bestieg Meyer zusammen mit dem Österreicher Ludwig Purtscheller den Kilimanjaro; dies markiert die erste dokumentierte Besteigung dieses Berges. 1911 reiste er nach Ruanda. Von besonderem wissenschaftlichem Nutzen sind seine genauen geographischen (vor allem geomorphologischen) Untersuchungen des Kilimanjaro, die wirtschaftspolitische Analyse des Gebiets sowie anthropologische Untersuchungen der Guanchen, der Urbevölkerung der Kanarischen Inseln. Hans Meyer starb am 5. Juli 1929 in Leipzig. Zu seinen wichtigsten Werken zählt Kilimandscharo (1900).

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