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Windows Live® Suchergebnisse Walter MoersEnzyklopädieartikel
Walter Moers (*1957), deutscher Comiczeichner, Illustrator und Schriftsteller. Mit dem Kleinen Arschloch schuf er eine der populärsten Figuren des deutschen Gegenwartscomics. Sein Käpt’n Blaubär gehört zu den beliebtesten Charakteren des Kinderfernsehens. Moers wurde am 24. Mai 1957 in Mönchengladbach geboren. Nach dem Abbruch der Schulausbildung lebte er zunächst von verschiedenen Gelegenheitsarbeiten, bevor er als Autor und Zeichner von Puppen- und Trickfilmen fürs Fernsehen tätig wurde (u. a. für das Sandmännchen). Als Comiczeichner ist Moers Autodidakt; Vorbilder waren Robert Crumb, Carl Barks, Jean-Marc Reiser und die Serie Crazy Cat. Seit 1985 erschienen seine Geschichten mit Professor Schimauski in der Kinderzeitschrift Bunter Hund, 1987 unter dem Titel Die Schimauski-Methode auch in Buchform. Seine ersten größeren Erfolge hatte Moers mit der Figur des sympathisch-phantasievollen Lügenerzählers Käpt’n Blaubär, dessen Abenteuer seit 1988 entstanden. Die eigentlich für Erwachsene und Jugendliche gedachte Reihe wurde als Puppen- sowie Zeichentrickfilm für das Fernsehen bearbeitet (SFB, HR und WDR) und durch die wöchentliche Ausstrahlung in der Sendung mit der Maus vor allem bei Kindern äußerst populär. 1994 erhielt Moers für Käpt’n Blaubär den Grimme-Preis. Parallel zu seinem Erfolg mit der zwar hintersinnig-ironischen, aber doch harmlos-netten, kindgerechten Blaubär-Reihe veröffentlichte Moers ab 1990 respektlos-anarchische Comicbände über die Figur des Kleinen Arschlochs. Dieser halbnackte, etwa 12-jährige Junge ist ein kompromisslos despektierlicher, boshafter Gnom, der mit den Tabus der Gesellschaft konsequent bricht und seinen Scherz auch mit Mitgliedern von Randgruppen treibt. Gleich das erste Buch Kleines Arschloch (1990) erhielt den RAAHH-Kritikerpreis für den besten Comic und wurde weit über 300 000-mal verkauft. Es folgten u. a. Das kleine Arschloch kehrt zurück (1991), Schöner Leben mit dem kleinen Arschloch (1992), Es ist ein Arschloch, Maria (1992) und Du bist ein Arschloch, mein Sohn (1995). Einige der Arschloch-Geschichten, von denen viele in der Satirezeitschrift Titanic vorabgedruckt wurden, wurden von religiösen oder Jugendschutz-Stellen angegriffen und sollten indiziert werden; dies vergrößerte indes die Popularität der Reihe eher noch. Zu einem Kassenschlager wurde der Kinofilm Kleines Arschloch – Der Film (1997), bei dem Moers am Drehbuch mitarbeitete. Ähnlich tabuverletzend und jeder Political Correctness Hohn sprechend geriet der Band Adolf, die Nazi-Sau (1998), mit dem Moers auch international Beachtung fand. Der Comic handelt von einem aus der Kanalisation wiederauferstehenden Adolf Hitler („Äch bin wieder da”), der u. a. dem sich dort prostituierenden Hermann Göring im Bordell begegnet. Es folgten die weiteren Bände Adolf – Äch bin schon wieder da (1999) und Adolf – Der Bonker (2006). Um seiner ins Seicht-Kommerzielle abgeglittenen Figur Käpt’n Blaubär wieder ihren ursprünglichen Charakter zurückzugeben, veröffentlichte Moers den an ein erwachsenes Lesepublikum gerichteten Roman Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär (1999), der zum Bestseller wurde und ihm den Nimbus eines ernst zu nehmenden Schriftstellers einbrachte. Das reich illustrierte Buch erzählt mit skurrilem Humor und überbordender Fabulierlust von den Abenteuern des jungen Blaubär in Zamonien, einer Phantasiewelt, die von einer üppigen Fülle wundersamer Existenzen bevölkert ist. Mit Ensel und Krete (2000) folgte ein zweiter Zamonien-Roman (in dem Käpt’n Blaubär nicht mehr vorkommt); das erneut hochkomische und vom Autor phantasievoll illustrierte Buch parodiert kongenial das Grimm’sche Märchen Hänsel und Gretel. Größtes Kritikerlob erhielt Moers für den Roman Wilde Reise durch die Nacht (2001), den er erstmals nicht selbst illustrierte, sondern nach Kupferstichen des französischen Zeichners Gustave Doré konzipierte. Es folgten die Zamonien-Romane Rumo & Die Wunder im Dunkeln (2003) und Die Stadt der träumenden Bücher (2004).
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