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Windows Live® Suchergebnisse NagaEnzyklopädieartikel
Naga, Sammelbezeichnung für mehrere Ethnien, die vor allem im Bundesstaat Nagaland im äußersten Nordosten der Indischen Union sowie in den benachbarten Bergregionen der Bundesstaaten Manipur und Arunachal Pradesh sowie Myanmars (ehemals Birma) ansässig sind. Die unterschiedlichen Sprachen der Naga zählen zur tibetobirmanischen Gruppe der sinotibetischen Sprachfamilie. Zu den bekanntesten ethnischen Gruppen zählen u. a. die Angami, Ao, Konyak, Lhota, Rengma, Sangtam, Sema und Zeliang. Das Bewusstsein der Naga für eine gemeinsame ethnische Identität (siehe kulturelle Identität) scheint erst in neuerer Zeit durch überregionale neue politische Organisationsformen innerhalb des 1963 geschaffenen Bundesstaates Nagaland entstanden zu sein. Die wirtschaftliche Grundlage der Naga bilden je nach Ethnie mit unterschiedlicher Gewichtung der durch Kleinviehzucht ergänzte Nassreisanbau auf terrassierten Feldern sowie vor allem der Trockenreisanbau auf Brandrodungsfeldern, daneben werden Hirse, Taro und Yams angebaut. Bei einigen Gruppen spielen Jagd und Fischfang sowie das Sammeln von Wildpflanzen und Honig eine wichtige Rolle. Die Zucht von Mithanrindern dient vor allem sozioreligiösen Zwecken für Tieropfer und große Verdienstfeste. Die traditionelle, in der Regel dezentrale politische Organisation basierte auf autonomen Dörfern, an deren Spitze ein Häuptling mit je nach Gruppe unterschiedlichen politischen Machtfunktionen stand. Eine wichtige Rolle im soziopolitischen Bereich spielen die in der Regel patrilinearen Clans, die Wohnsitzregelung ist zumeist patrilokal. Soziale Position und gesellschaftlicher Rang des Einzelnen sind durch die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Clan sowie durch das Prestige bedingt, das er im Rahmen großer Verdienstfeste, die mit großen Tieropfern verbunden sind, erringen kann. In früheren Zeiten spielten in diesem Zusammenhang auch die Erfolge im Krieg sowie bei der rituellen Kopfjagd eine wichtige Rolle. Neben der u. a. mit Fruchtbarkeitsriten in Zusammenhang stehenden Kopfjagd ist die traditionelle Religion der Naga, die heute teilweise vom Christentum und vom Hinduismus beeinflusst sind, auch durch ausgeprägte Fruchtbarkeitsriten sowie den Glauben an Geistwesen, die auch Krankheiten verursachen können, gekennzeichnet.
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