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Windows Live® Suchergebnisse NaturheilverfahrenEnzyklopädieartikel
Naturheilverfahren, Methoden, die zur Vorbeugung oder Behandlung von Erkrankungen auf künstlich hergestellte Arzneimittel verzichten und hauptsächlich natürliche Umweltreize und unveränderte Heilmittel nutzen. Zu den Naturheilverfahren zählen beispielsweise Therapien mit Wasser, Licht, Luft, Wärme und Heilpflanzen. Unter Anhängern der Naturheilkunde herrscht bezüglich der genauen Abgrenzung zwischen natürlichen und künstlichen Heilverfahren Uneinigkeit. Gemeinsam ist allen Naturheilverfahren, dass sie den gesamten Menschen in die Therapie einbeziehen. Körper, Geist und Seele werden in enger Beziehung zueinander gesehen und beeinflussen sich gegenseitig, der Mensch stellt in den Naturheilverfahren kein isoliertes Wesen dar, sondern seine Stellung in der Umwelt und deren Wirkungen auf ihn sind zu beachten. Ziel der Naturheilverfahren ist es folglich, Krankheit als ganzheitliches Phänomen zu erfassen, nicht Behandlung von Symptomen wird angestrebt, sondern der Körper soll mit in der Natur vorkommenden Mitteln in seinen eigenen Heil- und Regulationsfähigkeiten unterstützt werden. Man nutzt die so genannte Reiz- oder Regulationstherapie, die regulatorischen Kräfte des Organs bzw. Körpers sollen damit optimiert werden. In Verbindung mit einer so genannten entschlackenden Ernährung (z. B. Heilfasten oder Vollwertkost) sollen insbesondere durch Maßnahmen der physikalischen Therapie mittels Luft, Licht, Wärme, Wasser, Kälte oder mechanischen Kräften schädliche Stoffe ausgeschieden werden. Bewegungstherapie wie Gymnastik und Sport aktiviert den Kreislauf, den Stoffumsatz und nicht zuletzt auch die Psyche. Massage als Ergänzung der physikalischen Therapie fördert die Blutzirkulation und löst nervale Reflexe an inneren Organen aus. Bei der Hydrotherapie, begründet durch Kneipp, Prießnitz und andere, werden mit genau dosierten Kalt- und Warmwasseranwendungen eine Aktivierung und ein Training von Blutgefäßen und Wärmeregulation angestrebt. Ähnlich wirksam für Stoffwechsel, Kreislauf und Abwehrkräfte sind Bäder in Heilquellen, Moorpackungen oder Aufenthalte unter anderen Klimabedingungen (Meer, Gebirge). Weitere Methoden der Naturheilverfahren sind die aktive Immunisierung und die mikrobiologische Therapie, die durch kleinste, reine Dosen patienteneigener Bakterienstämme Infektionen ohne Antibiotika zu heilen versuchen und die gesunde Mikroflora von Darm, Haut oder Schleimhäuten unterstützen. Die Phytotherapie, die Pflanzenheilkunde, ist eines der ältesten Naturheilverfahren. Die Wirkstoffe diverser Pflanzenarten werden zunehmend wissenschaftlich erforscht, verwendet wird überwiegend die gesamte Pflanze mit ihrer eigenen Mischung aus Inhaltsstoffen, denn die Gesamtheit ist auch hier mehr als die Summe der einzelnen Teile. Positivlisten für Naturheilmittel mit empfehlenswerten Präparaten der Naturheilkunde wurden 2000 von Ellis Huber, dem früheren Präsidenten der Berliner Ärztekammer, sowie vom Komitee Forschung Naturmedizin, vorgestellt; die Listen beziehen sich insbesondere auf die Gebrauchssicherheit der Präparate, sie beinhalten keine Wirksamkeitsgarantie. Eine bewusste Lebensführung nimmt schließlich in der heutigen, durch Stress gekennzeichneten Zeit einen hohen Stellenwert ein. Sinnvolle und aktive Lebensgestaltung als Voraussetzung für das seelische Gleichgewicht und die Suche nach einem eigenen natürlichen Rhythmus werden durch zusätzliche Entspannungsmethoden wie Yoga, autogenes Training oder Atemtherapie unterstützt.
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