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Nestorchronik (russisch Povest’ vremennych let), anonyme russische Chronik vom Anfang des 12. Jahrhunderts, welche die weltliche und geistliche Geschichte des Kiewer Reichs bzw. Nowgorods von der Frühzeit der slawischen Stämme (beginnend bei der Aufteilung der Erde unter die Söhne Noahs und der Abkunft des Slawen aus dem Stamme Japhets) bis in die Gegenwart des Chronisten darstellt. Zunächst in fortlaufender Erzählung, besteht sie ab dem Jahr 852 aus Jahresartikeln. Das vorwiegend in der kirchenslawischen Literatursprache verfasste Werk ist von einer stilistischen und stofflichen Heterogenität gekennzeichnet, die in der Vielfalt der benutzten Quellen begründet liegt; hierzu gehören u. a. vermutlich mündliche Überlieferungen, volkstümliche Sagen, höfisch-heroische Dichtungen, Klosterchroniken, Vertragstexte bzw. andere politische Urkunden, byzantinische Chroniken, Texte der Liturgie sowie die Bibel. Damit ist die Nestorchronik die bedeutendste Kompilation der ältesten russischen Literatur. Sie wurde vermutlich erstmals um 1073 und um 1093 bis 1095 im Kiewer Höhlenkloster redigiert; der Mönch Nestor, dessen Namen sie trägt, erstellte um 1113 eine Neufassung. Die um 1116 durch den Abt Silvester erneut überarbeitete Fassung ist in späteren Handschriften wie der Laurentiuschronik (1377) und der Hypatiuschronik (um 1420 bis 1430) erhalten.
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