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Nikephoros II. Phokas (Byzantinisches Reich)

Enzyklopädieartikel

Nikephoros II. Phokas (Byzantinisches Reich), (912-969), byzantinischer Kaiser (963-969). Nikephoros II. bewährte sich unter Kaiser Romanos II. zunächst als vor allem gegen die Araber siegreicher Heerführer, bevor er 963 nach dem überraschenden Tod von Romanos II. zum Basileus ausgerufen wurde. Tätige Mithilfe leistete dabei sein Verwandter Johannes Tzimiskes, den er dafür zu seinem Nachfolger als Domestikos (erster Ratgeber des Kaisers) erhob. Im Inneren sicherte der neue Basileus seine Macht durch die Heirat mit der Kaiserwitwe Theophano, wobei er sich verpflichten musste, den Thronanspruch ihrer Söhne nicht anzutasten; außenpolitisch festigte er seine Macht durch die Fortsetzung seiner erfolgreichen Feldzüge gegen die Araber: 965 eroberte er Zypern, und vier Jahre später hatte er auch Antiochia und Aleppo zurückgewonnen. Der Konflikt mit dem römisch-deutschen Kaiser Otto dem Großen resultierte zum einen aus der Erneuerung des Kaisertums im Westen, das der Kaiser im Osten als Konkurrenz betrachtete, zum anderen aus der Überschneidung der byzantinischen und der römisch-deutschen Interessensphären in Unteritalien. Er blieb weitgehend ungelöst, obwohl ein so erfahrener Mann wie Liutprand von Cremona an den Verhandlungen mit dem byzantinischen Kaiser teilhatte.

Innenpolitisch vertrat Nikephoros die Sache der Aristokratie und des Militärs, sehr zu Lasten der bäuerlichen Bevölkerung. Die hohe Wertigkeit von Grundbesitz ist sicher ein Faktor, der die Rückeroberungspolitik der byzantinischen Kaiser in dieser Epoche bestimmte, denn das neu erworbene Staatsgebiet eignete sich als Grenzland besonders gut für die Ansiedlung von Stratioten, Freien, die gegen Heeresfolge und eigene (oftmals sehr kostspielige) Ausrüstung Land zum erblichen Besitz erhielten.

Selbst dem mönchischen Lebenswandel und den Idealen der Askese verpflichtet, griff der Kaiser tief in die Belange der Kirche ein; so durfte etwa kein Bischof ohne sein Einverständnis geweiht werden. Dass er Klosterneugründungen nur in der Einöde zuließ und 964 die Annahme von Grundbesitz durch die Kirche verbot, entsprang zum einen sicher seiner Auffassung von einer streng monastischen Lebensführung und sollte der fortschreitenden Verweltlichung der Klöster durch Reichtum Einhalt gebieten, zum anderen erbrachte privater Landbesitz ungleich höhere Steuern, da die Klöster aufgrund ihrer Privilegien nur geringe (oder gar keine) Abgaben zu entrichten hatten.

Seinen Leistungen und Erfolgen zum Trotz kehrte sich die öffentliche Meinung allmählich gegen Nikephoros, was die Kaiserin Theophano dazu bewogen haben mag, gemeinsam mit Johannes Tzimiskes den Kaiser auszuschalten. Am 10. oder 11. Dezember 969 wurde Nikophoros im Auftrag der beiden in Konstantinopel ermordet; Tzimiskes trat als Johannes I. Tzimiskes die Nachfolge des Kaisers an.

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