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Windows Live® Suchergebnisse OberrheingrabenEnzyklopädieartikel
Oberrheingraben, großer Grabenbruch, durch dessen Senke zwischen Basel und Mainz der Rhein fließt. Der Oberrheingraben ist ungefähr 300 Kilometer lang und zwischen 25 und 40 Kilometer breit. Er verläuft im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Frankreich. Westlich des Oberrheingrabens liegen die Vogesen und der Pfälzer Wald, auf östlicher Seite der Schwarzwald, der Kraichgau und der Odenwald. Im Norden wird der Rheingraben vom Taunus begrenzt, im Süden geht er tektonisch in den Schweizer Jura über. Der Oberrheingraben ist der markanteste Abschnitt einer tektonischen Großstruktur, die Europa ungefähr in Nordnordost-Richtung von der Rhône bis Oslo durchzieht, der so genannten Mittelmeer-Mjösen-Zone. Seine nördliche Fortsetzung findet der Rheingraben in den Saxonischen Gräben des Hessischen Berglandes. Nach Nordwesten zweigen Störungen ab, die bis in die Kölner Bucht reichen. Vulkanite aus dem Perm, die am Rande des Störungssystems gefunden wurden, weisen darauf hin, dass das Bruchsystem schon zumindest seit dieser Zeit aktiv ist. Die Hauptsenkung begann im Alttertiär und erfolgte wohl im Zusammenhang mit der Alpidischen Gebirgsbildung. Seit dem Alttertiär hat sich der Oberrheingraben mit bis zu drei Kilometer mächtigen Sedimenten gefüllt. Die Sedimentfolge beginnt im Eozän mit Süßwasserablagerungen. Zu diesen zählt auch der wegen seiner Fossilfunde berühmte Ölschiefer von Messel bei Darmstadt. Über dem Eozän folgen Süßwasser- und Meeressedimente, Tone, Sande und Konglomerate, die teilweise auch kalkig sind. In den alttertiären Schichten wurde Erdöl gefunden und gefördert. Kalisalze aus dem Jungtertiär werden im Elsass abgebaut. Aus dem Quartär stammen Flugsande, Kiese und Löß. Wo sich die Störungen des Rheingrabens mit denen des Bonndorfer Grabens, der von Bonndorf in ungefähr nordwestlicher Richtung durch den Schwarzwald verläuft, schneiden, hat sich eine tektonische Schwachstelle gebildet. Hier konnten die jungtertiären Vulkanite des Kaiserstuhls – basaltische Laven und Tuffe – aufdringen. Die gesamte Sprunghöhe der seitlichen Verwerfungen beträgt etwa ein bis vier Kilometer; an der östlichen Flanke ist die Sprunghöhe im Allgemeinen höher als an der Westflanke. Der Oberrheingraben ist beidseitig entlang mehrerer paralleler Verwerfungen abgesunken. Dadurch haben sich so genannte Schollentreppen gebildet, die sich besonders ausgeprägt in der Vorbergzone an Rande des Schwarzwalds, am Nordende der Vogesen (Zabener Bruchfeld) und im Schollengebiet des Kraichgaus finden. Nach Süden hin nimmt die Sprunghöhe allmählich ab, bei Basel gehen die Verwerfungen in Flexuren über, die ihre südlichen Fortsetzungen in den Störungen des Schweizer Juras finden. Durch den Einbruch des Rheingrabens wurden ehemals auch an der Oberfläche zusammenhängende geologische Einheiten auseinandergerissen; ein Beispiel dafür ist das Kristallingebiet von Vogesen und Schwarzwald. Die Flanken haben sich in horizontaler Richtung etwa vier bis fünf Kilometer voneinander entfernt. Dabei verschob sich die Ostflanke nach Nordosten und die Westflanke nach Südwesten. Der Oberrheingraben ist bis in die Gegenwart tektonisch aktiv, wovon häufige Erdbeben zeugen. Geodätische Messungen zeigen, dass sich der Graben mit bis zu 0,7 Millimeter pro Jahr weiter senkt.
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