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Windows Live® Suchergebnisse Franz PfemfertEnzyklopädieartikel
Franz Pfemfert, Pseudonyme Dr. S. Pulvermecher, August Stech und U. Gaday, (1879-1954), Publizist und Schriftsteller. Mit seiner Zeitschrift Die Aktion (1911-1932) schuf er dem Expressionismus das neben Herwarth Waldens Sturm zentrale Publikationsorgan. Pfemfert wurde am 20. November 1879 in Lötzen geboren und wuchs in Berlin auf; nach dem Tod des Vaters musste er seine Gymnasialausbildung abbrechen. Politisch interessiert, kam er um die Jahrhundertwende mit dem Anarchismus nahe stehenden Kreisen in Berührung und arbeitete 1904 in der Redaktion der anarchistischen Zeitschrift Kampf mit. Eigene lyrische Versuche, die er ab 1910 unter Pseudonym veröffentlichte, blieben unbedeutend. Seine spätere Lebensgefährtin Alexandra Ramm, die er 1908 kennen lernte, begeisterte ihn für die russische Literatur und Politik. 1910 wurde Pfemfert Schriftleiter der politisch-literarischen Wochenschrift Demokraten, die zur Keimzelle seiner eigenen kunstrevolutionären Zeitschrift Die Aktion (1911-1932) wurde; in den Jahren zwischen 1911 bis 1918 avancierte sie in ihrer äußeren Aufmachung und inhaltlichen Auswahl zum Vorbild für zahlreiche andere Blätter und stellte eines der wichtigsten Organe der expressionistischen Bewegung dar. Zu den Autoren zählten u. a. Johannes R. Becher, Gottfried Benn, Franz Blei, Theodor Däubler, Kasimir Edschmid, Carl Einstein, Yvan Goll, Ferdinand Hardekopf, Kurt Hiller, Georg Heym, Hermann Kasack, Else Lasker-Schüler, Heinrich Mann, Ludwig Rubiner, René Schickele, Ernst Toller, Franz Werfel und Alfred Wolfenstein, zu den Graphikern Lyonel Feininger, George Grosz, Hans Richter, Christian Schad und Karl Schmidt-Rottluff. Während des 1. Weltkriegs gelang es Pfemfert trotz verschärfter Zensur, eine betont internationale und indirekt pazifistische Position zu propagieren; er gründete die illegale Antinationale Sozialistenpartei Deutschlands und arbeitete mit dem Spartakusbund zusammen. In den zwanziger Jahren wurde Die Aktion zum politischen Sprachrohr des linksradikalen Flügels der Weimarer Republik; der Trotzkist Pfemfert geriet mit der KPD in Konflikt und führte seine Zeitschrift bis 1932 als Kampfblatt eines revolutionären Kommunismus weiter. Zur Existenzerhaltung eröffnete er ein Fotoatelier. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 emigrierte Pfemfert. Über Karlsbad, Paris, Lissabon und New York gelangte er 1941 nach Mexiko City, wo er, als Photograph arbeitend, völlig vergessen und mittellos am 26. Mai 1954 starb.
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