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Pflicht

Enzyklopädieartikel

Pflicht, in der Philosophie Bezeichnung für die – aus dem (im Gewissen verinnerlichten) Sittengesetz erwachsende – Selbstaufforderung zu bestimmten selbstlosen Handlungen. Die Stoa sah in der Pflicht ein Gesetz für den Weisen zu einem natur- und vernunftgemäßen Leben, ein Verantwortlichkeitsgefühl oder ein strenges Bewusstsein des Sollens, das auf der Anerkennung einer höheren Ordnung gründet. Bei Immanuel Kant ist die Pflicht ein moralischer Imperativ des unbedingten Sollens und steht im Gegensatz zu den – sinnlichen Trieben entspringenden – Neigungen. Sittlichkeit als Eigenschaft des Menschen ist pflichtmäßige Gesinnung. Moralisch richtiges Handeln liegt Kant zufolge nur vor, wenn sie vom Pflichtgefühl geleitet wird. Bei Johann Gottlieb Fichte ist das Ich der sittliche Wille und die Welt das versinnlichte Material der Pflicht, einzig dazu da, um in ihr tätig sein zu können. Nicht das Sein ist die Ursache des Tuns, sondern um des Tuns willen ist das Sein hervorgebracht worden.

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