![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse PosseEnzyklopädieartikel
Posse (von französisch ouvrage à bosse: erhabene künstlerische Arbeit), im 15. Jahrhundert aus dem Französischen abgeleitete Bezeichnung für verschiedene Formen der volkstümlichen Komödie derb-komischen Charakters; er bedeutete zunächst Zierrat, später dann in Stein gemeißelte Figur und schließlich Scherzfigur und fand seit dem 17. Jahrhundert zur Bezeichnung der oft von derber Komik geprägten Nachspiele der Wanderbühnen Verwendung. Vorläufer der neuzeitlichen Posse waren vor allem der römische Mimus, spätmittelalterliche Fastnachtsspiele und Schwänke sowie die Commedia dell’Arte. Im Mittelpunkt der Posse steht meist die komische Figur (Hanswurst und Pickelhering). Kennzeichnend für die oft einfach gebauten Stücke sind vor allem Situations- und Charakterkomik, Improvisationen nach Art des Stegreifspiels sowie zum Teil drastische erotisch-sexuelle Anspielungen. Durch die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts von Johann Christoph Gottsched initiierte Theaterreform wurden die Aufführungsmöglichkeiten der Possen stark eingeschränkt. Behaupten konnte sie sich vor allem im Wiener Volkstheater, wo sie sich im 19. Jahrhundert zu einer bedeutenden literarischen Form entwickelte. Die satirischen Possen Johann Nepomuk Nestroys, die den Sprachgebrauch und damit das Bewusstsein seiner Zeit parodieren, gehören zu den bedeutendsten deutschsprachigen Komödien des 19. Jahrhunderts.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |