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Windows Live® Suchergebnisse Otfried PreußlerEnzyklopädieartikel
Otfried Preußler (*1923), deutscher Schriftsteller und Übersetzer. Neben Michael Ende und James Krüss ist er einer der bedeutendsten deutschsprachigen Vertreter der Kinder- und Jugendliteratur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Preußler wurde am 20. Oktober 1923 als Sohn eines Lehrerehepaars im nordböhmischen Reichenberg (heute Liberec, Tschechische Republik) geboren. Nach Kriegsdienst und russischer Gefangenschaft in Rumänien (1944-1949) übersiedelte er nach Bayern. Einem Pädagogikstudium folgte 1953 die Anstellung als Lehrer; zuletzt war Preußler Rektor an einer Grundschule in Rosenheim. Seit 1970 ist er als freier Schriftsteller tätig. Seine Stoffe entnimmt Preußler meist dem Sagen-, Mythen- und Märchenschatz. In Büchern wie Der kleine Wassermann (1956), Die kleine Hexe (1957), Thomas Vogelschreck (1959) und Das kleine Gespenst (1966) entspinnt sich das von Kindern gut nachvollziehbare und von Humor getragene Geschehen um die Titelgestalt. Dabei gehört es zu den Besonderheiten Preußlers, dass eigentlich negativ behaftete Figuren wie Hexe und Gespenst zu positiven Identifikationsfiguren werden. Einen Klassiker der deutschen Kinderliteratur schuf er mit dem Räuber Hotzenplotz (1962), einer Neuinterpretation der Kasperlegeschichten. In seinem herausragenden, zur Zeit Augusts des Starken angesiedelten Jugendroman Krabat (1971), für den Preußler 1972 den Deutschen Jugendbuchpreis erhielt, verarbeitete der Autor einen sorbischen Sagenstoff: Im Verlauf der Handlung gelingt es dem Titelhelden, sich gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner, den mit Zauberkräften ausgestatteten Meister einer Mühle, an der er ausgebeutet wird, durchzusetzen; zum Erfolg verhelfen ihm die Liebe eines Mädchens und die Solidarität seiner Leidensgenossen. Weitere Werke Preußlers sind Bei uns in Schilda (1958), Die Abenteuer des starken Wanja (1968), Neues vom Räuber Hotzenplotz (1969), Die dumme Augustine (1972), Hotzenplotz 3 (1973), Der goldene Brunnen (1975), Die Glocke von grünem Erz (1976), Hörbe mit dem großen Hut (1981), Hörbe und sein Freund Zwottel (1983), Der Engel mit der Pudelmütze (1985), Herr Klingsor konnte ein bisschen zaubern (1987), Zwölfe hat’s geschlagen (1988), Mein Rübezahl-Buch (1993) und Vom Drachen, der zu den Indianern wollte (1996). Viele seiner Werke wurden dramatisiert, für den Hörfunk bearbeitet oder verfilmt, der Räuber Hotzenplotz 1973 überaus erfolgreich mit Gert Fröbe und Lina Carstens sowie 2005 mit Armin Rohde und Katharina Thalbach. Des Weiteren arbeitete Preußler für Funk, Fernsehen und Theater sowie als Illustrator für einige seiner frühen Bücher. Für ein erwachsenes Publikum schrieb er den Roman Die Flucht nach Ägypten (1978) sowie theoretische Schriften zur Kinder- und Jugendliteratur; darüber hinaus trat er mit scharfer Kritik an kinderfeindlichen Fernsehsendungen an die Öffentlichkeit. Außerdem betätigte er sich als Übersetzer aus dem Englischen und Tschechischen, so für den Kater Mikesch (1962) von Josef Lada. Preußlers Werke wurden in mehr als 45 Sprachen übersetzt, die Gesamtauflage seiner Bücher beträgt über 40 Millionen. Zu seinen Auszeichnungen gehören u. a. der Hans-Christian-Andersen-Preis (1972), der Eichendorff-Literaturpreis (1990), die Goldene Schallplatte (1973 und 1975) und das Bundesverdienstkreuz (1993).
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