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  • Prosagedicht – Wikipedia

    Ein Prosagedicht ist ein Gedicht in Prosa, also ohne für Lyrik konstituive Formelemente wie Verse oder Reime. Seine Blüte erlebte es im Frankreich des 19. und 20.

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Prosagedicht

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Charles BaudelaireCharles Baudelaire

Prosagedicht (französisch poème en prose), aus der französischen Literaturgeschichte stammende Gattungsbezeichnung für kürzere dichte Prosatexte, die hinsichtlich des Sprechgestus, der artifiziellen Strukturiertheit, des Klanges oder der Bildlichkeit Momente des Lyrischen aufweisen. Der Form nach steht es der rhythmischen Prosa und den Freien Rhythmen nahe, hat sich als eigene Gattung jedoch unabhängig von diesen entwickelt. Begründet wurde die Gattung durch Aloysius Bertrands Sammlung Gaspard de la nuit, fantaisies à la manière de Rembrandt et de Callot (1842; Gaspard de la Nuit. Phantasien nach der Art Rembrandts und Callots). Bereits der Untertitel, der E. T. A. Hoffmanns Fantasiestücke in Callot’s Manier (1814-1815) anklingen lässt, verweist zur Romantik; immerhin gehörte auch die Verbindung von Prosa und Poesie zu den charakteristischen Verfahrensweisen romantischer Dichtung. Im Hinblick auf die Entwicklung des französischen Prosagedichts war die poetische Prosa François René de Chateaubriands stilbildend.

Zu den bedeutendsten Prosagedichten gehören Charles Baudelaires Petits poèmes en prose (auch: Le Spleen de Paris; 1869; Kleine Prosagedichte, auch Spleen von Paris). Baudelaire berief sich explizit auf Bertrands Gaspard de la nuit als Vorbild, betonte jedoch, dass es ihm um „die Schilderung ... des modernen und sehr viel abstrakteren Lebens” gegangen sei, bei der „der Aufenthalt in den riesigen Weltstädten, wo unzählige Beziehungen sich kreuzen” im Mittelpunkt gestanden und „dieses quälende Ideal” des Prosagedichts evoziert habe. Kennzeichnend für Baudelaire ist eine Verbindung von Musikalität und Dissonanz sowie eine Metaphorik, die aus der Darstellung der Großstadt als Begegnung von Alltagsbanalität und befremdlicher Schönheit hervorgeht. Weitere bedeutende Verfasser sind der Comte de Lautréamont, Stéphane Mallarmé, Arthur Rimbaud, Francis Ponge, Henri Michaux, Oscar Wilde sowie T. S. Eliot.

Der Literaturwissenschaftler Ulrich Fülleborn weitete den aus dem Französischen entlehnten Begriff des Prosagedichts aus und bezog ihn auch auf solche Formen, die sonst als Prosahymnen und -Elegien, Idyllen und poetische Prosa bezeichnet werden. Nach dieser Begriffserweiterung gehören auch Werke von Salomon Gessner, Christoph Martin Wieland, Novalis, Friedrich Nietzsche, Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Else Lasker-Schüler, Ingeborg Bachmann und Sarah Kirsch der Gattung an.

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