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Erich Raeder

Enzyklopädieartikel

Erich Raeder (1876-1960), deutscher Offizier, Oberbefehlshaber der Kriegsmarine (1935-1943). Raeder wurde am 24. April 1876 in Wandsbek bei Hamburg geboren. 1894 trat er in die kaiserliche Marine ein, wurde Berufsoffizier und nahm am 1. Weltkrieg teil. Seit 1928 als Admiral Chef der Marineleitung, avancierte er 1935 zum Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, ab 1939 im Rang eines Großadmirals. Zwar befürwortete Raeder die deutsche Aufrüstung, betrachtete aber im Gegensatz zu Hitler Großbritannien und die USA als Hauptfeinde Deutschlands. Gleichwohl warnte er vor einem zu frühzeitigen Konflikt mit der britischen Seemacht, solange die deutsche Kriegsmarine nur unzureichend gerüstet war. Nach Kriegsbeginn forderte Raeder vergeblich eine Konzentration auf Großbritannien statt in immer neuen Aufgaben die Kräfte zu verzetteln. Sein Widerstand gegen Hitlers Anordnung, die U-Boot-Waffe auf Kosten der großen Überwassereinheiten auszubauen, führte Ende Januar 1943 zu seiner Ablösung durch Karl Dönitz. Wegen Planung eines Angriffskriegs im Nürnberger Prozess 1946 zu lebenslänglicher Haft verurteilt, wurde er 1955 aus gesundheitlichen Gründen entlassen; er starb am 6. November 1960 in Kiel.

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