Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Herbert Reinecker

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Herbert Reinecker

Enzyklopädieartikel

Herbert Reinecker (1914-2007), deutscher Schriftsteller und Drehbuchautor. Einen Namen machte er sich vor allem als Autor der TV-Kriminalserien Der Kommissar (1968-1975) und Derrick (1974-1998).

Reinecker wurde am 24. Dezember 1914 als Sohn eines Reichsbahnschaffners in Hagen (Nordrhein-Westfalen) geboren. In den dreißiger Jahren war er zunächst Schriftleiter einer regionalen HJ-Zeitschrift, dann im Presseamt der Reichsjugendführung in Berlin Chefredakteur der Jungvolk-Zeitschrift Der Pimpf. Bereits ab 1936 veröffentlichte er Jugendbücher, ab 1939 Prosa und Theaterstücke wie Stunde des Triumphs (1940) und Das Dorf bei Odessa (1942). Während des 2. Weltkrieges war Reinecker Kriegsberichterstatter der Waffen-SS (u. a. in Russland, Flandern und Pommern); 1942 übernahm er zudem die Hauptschriftleitung der HJ-Reichszeitschrift Junge Welt. 1943 schrieb er das Drehbuch zu dem Propagandafilm Junge Adler (Regie Alfred Weidenmann, mit Willy Fritsch, Dietmar Schönherr und Hardy Krüger), der das NS-Prädikat „staatspolitisch wertvoll” erhielt.

Nach dem Krieg betrieb Reinecker einen Kurzgeschichten-Pressedienst, in dem er ausschließlich eigene Erzählungen an die Presse verkaufte. 1951 ging er nach Hamburg, wo er zunächst Hörspiele für den NWDR schrieb. Für sein Drehbuch zu dem Kurzfilm Weg in die Freiheit (1952, Regie abermals Weidenmann) erhielt er einen Bundesfilmpreis und zählte nun zu den gefragtesten Drehbuchschreibern der jungen Bundesrepublik. In den folgenden Jahren verfasste er die Vorlagen zu einigen erfolgreichen deutschen Spielfilmen, darunter Kriegsfilme wie Canaris (1954, mit O. E. Hasse) und Der Stern von Afrika (1957, mit Hansjörg Felmy), beide wiederum unter Weidenmanns Regie.

Von 1968 bis 1975 zeichnete Reinecker für die 97 Drehbücher zu der ZDF-Serie Der Kommissar (mit Erik Ode in der Hauptrolle) verantwortlich, in der er das in Krimiserien bisher übliche Whodunit-Konzept durch psychologisch glaubhafte Täterprofile erweiterte. Für Der Kommissar wurde Reinecker 1975 mit einem Bambi ausgezeichnet. Sein größter Erfolg wurde die Kriminalserie Derrick (1974-1998, mit Horst Tappert und Fritz Wepper), deren 281 Folgen er sämtlich schrieb. Derrick wurde in mehr als 100 Länder verkauft und ist damit die erfolgreichste deutsche Krimiserie. Neben den Krimiepisoden entwarf Reinecker auch die Drehbücher zahlreicher anderer TV-Sendungen, Fernsehspiele ebenso wie mehrere Traumschiff-Folgen und die erfolgreiche Rentnerserie Jakob und Adele (1982-1988, mit Brigitte Horney und Carl Heinz Schroth).

1998 wurde Derrick beendet; auf dessen Sendeplatz strahlte das ZDF die neue Krimireihe Siska aus, zu deren ersten Folgen Reinecker ebenfalls das Drehbuch schrieb. Der Autor, der schon während seiner erfolgreichen Fernseharbeit mehrere Erzählungen und Romane wie Taiga (1954), Unser Herr Doktor. Geschichte eines Landarztes (1966), Das Mädchen von Hongkong (1974), Feuer am Ende des Tunnels (1975), Das stärkere Geschlecht (1977) und Ein Zeitbericht – unter Zuhilfenahme des eigenen Lebenslaufs (1990) veröffentlicht hatte, blieb auch nach 1998 schriftstellerisch tätig: So entstanden mehrere Bände mit Erzählungen, Novellen und dramatischen Szenen, die allerdings kein großes Publikum fanden. Reinecker starb am 27. Januar 2007 in Berg-Kempfenhausen am Starnberger See (Bayern).

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft