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Windows Live® Suchergebnisse RobinsonadeEnzyklopädieartikel
Robinsonade, Bezeichnung für das Genre der Abenteuerromane in der Nachfolge von Daniel Defoes The Life and Strange Surprizing Adventures of Robinson Crusoe (1719; zwei eigene Fortsetzungen 1719 und 1720), der seinen Lesern in didaktisch-aufklärerischer Absicht einen von Optimismus und pragmatischer Vernunft geleiteten Helden in seinem Inselexil und dessen neuerlich durchlebten zivilisationsgeschichtlichen Entwicklungsprozess vor Augen führt. Zwischen 1720 – dem Jahr der ersten Übersetzung des Buchs durch M. Vischer – und 1760 erschienen in Deutschland zahlreiche Robinsonaden nach dem Erzählschema des englischen Vorbilds mit zumeist örtlicher oder beruflicher Spezifizierung, darunter der anonyme Sächsische Robinson oder Wilhelm Retchirs … wahrhafftige Beschreibung … (1722/23). Die bedeutendste deutsche Robinsonade aber ist zweifellos Johann Gottfried Schnabels Wunderliche Fata einiger Seefahrer (1731-1743), die Ludwig Tieck 1828 unter dem Titel Die Insel Felsenburg neu herausgab; hier wird das Motiv zu einer aufgeklärten Staatsutopie ausgeweitet. Andere Robinsonaden blieben dagegen bloße Nachahmungen, zum Teil unter besonderer Betonung pädagogischer Tendenzen; davon wurde Joachim Heinrich Campes Robinson der Jüngere (1779/80) zu einem Standardwerk der Kinder- und Jugendliteratur. In den kritischen oder parodistischen Robinsonaden der Spätaufklärung wird Defoes positives Gesellschaftsmodell zusehends obsolet, so in Johann Carl Wezels Robinson Crusoe. Neu bearbeitet (1779/80) oder in Johann Karl August Musäus’ Der deutsche Grandison (1781/82).
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