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Romanische Sprachen

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Romanische Sprachen, zur indogermanischen Sprachfamilie zählende Sprachen, die aus den italischen Sprachen bzw. dem Lateinischen entstanden sind und weltweit von etwa 650 Millionen Menschen gesprochen werden (wobei jedoch die Hälfte dieser Sprecher über eine zweite Muttersprache verfügt). Zum Italischen, einer Gruppe von vorrömischen Sprachen und Dialekten, die in Inschriften seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. überliefert sind, zählen neben Lateinisch auch Faliskisch, Oskisch, Umbrisch und Venetisch.

Aus der gesprochenen Variante des Lateins, dem so genannten Vulgärlatein, das im gesamten Römischen Reich als Alltagssprache diente, gingen die einzelnen romanischen Sprachen hervor: Mit dem Zerfall der zentralen Autorität Roms entwickelten sich einige vulgärlateinische Dialekte, die sich isoliert voneinander weiter entwickelten. Aus diesen einzelnen Dialekten entstanden dann die romanischen Sprachen. Zu den bekannten und großen Sprachen zählen: Französisch (ca. 80 Millionen Sprecher), Spanisch (ca. 300 Millionen), Portugiesisch (ca. 170 Millionen), Italienisch (ca. 55 Millionen) und Rumänisch (ca. 21 Millionen). Kleinere Sprechergruppen weisen die Sprachen Sardisch (Sprache der Insel Sardinien, ca. 1,5 Millionen Sprecher), Okzitanisch (gesprochen in Südfrankreich; ca. 2-3 Millionen), Rätoromanisch (in der Schweiz und Norditalien; ca. 40 000) sowie Katalanisch (im Nordosten Spaniens, auf den Balearen und in Andorra, ca. 7-8 Millionen) auf. Das Dalmatische (oder auch Vegliotische), eine romanische Sprache, die entlang der jugoslawischen Küste gesprochen wurde, ist Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben.

Die Verbreitung der romanischen Sprache ist nicht auf Europa beschränkt. In Lateinamerika befindet sich die größte romanische Bevölkerungsgruppe: So wird Spanisch in 19 lateinamerikanischen Staaten (u. a. Argentinien, Chile, Bolivien und Peru) gesprochen. Größere romanische Bevölkerungsgruppen finden sich weiterhin in den USA, in Kanada und in einigen unabhängigen afrikanischen Staaten. Die romanischen Sprachen sind besonders für die historische Sprachwissenschaft von großem Interesse, da ihre Erforschung die sprachliche Entwicklung über einen Zeitraum von 2 000 Jahren widerspiegelt.

Die romanischen Sprachen haben durch ihren gemeinsamen Vorläufer, dem Lateinischen, einen einheitlichen Grundwortschatz. Während man diese Gemeinsamkeiten heute kaum noch hören kann, sieht man sie am Schriftbild, wie man an folgendem Beispiel (dem Zahlwort fünf) sieht: cinq (französisch), cinque (italienisch), cinco (spanisch), cinco (portugiesisch), cinci (rumänisch). Im Bereich der Grammatik sind Vereinfachungen zu verzeichnen: So kam es im Bereich der Flexionsmorphologie zu Reduzierungen. Die Anzahl der Kasus hat abgenommen (Vokativ, Ablativ), und grundsätzlich fand ein Wechsel vom synthetischen zum analytischen Sprachtyp statt.

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