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Windows Live® Suchergebnisse Gerhard RühmEnzyklopädieartikel
Gerhard Rühm (*1930), österreichischer Zeichner, Musiker, Schriftsteller und Avantgardekünstler. Ein Großteil seines Werkes wird der Konkreten Poesie zugerechnet. Rühm wurde am 12. Februar 1930 in Wien geboren; sein Vater war Mitglied der Wiener Philharmoniker. Rühm selbst besuchte die Akademie für Musik, wo er Kompositionstechnik und Klavier studierte und Privatunterricht bei dem Zwölftonkomponisten Josef Matthias Hauer nahm. Über die Wiener Gruppe, zu der er Anfang der fünfziger Jahre stieß, verlagerte sich der Schwerpunkt seines künstlerischen Interesses auf die Literatur; zusammen mit Friedrich Achleitner und H. C. Artmann verfasste er hosn rosn baa, wiener dialektgedichte (1959), gemeinsam mit H. C. Artmann und Konrad Bayer Montagen 1956 (1964). Darüber hinaus fungierte er als Herausgeber der Anthologie Die Wiener Gruppe (1967). 1964 übersiedelte Rühm zunächst nach Westberlin, seit 1972 wirkt er als Professor für Freies Zeichnen an der Staatlichen Kunsthochschule in Hamburg und lebt seit 1975 in Köln. Rühm gilt als ein Klassiker des sprachexperimentellen Dichtens, wobei die Variationsbreite seiner kompositorischen Techniken besonders charakteristisch ist: Hierzu gehören visuelle und auditive Poesie, Typo- und Zeitungscollage, Textbild, Schriftzeichnung, Fotomontage, kinematographischer Text, mobile und plastische Lyrik; die Produktionen gehen, parallel zu ähnlichen Entwicklungen in der zeitgenössischen bildenden Kunst (Happening) und der Musik (John Cage), von der intermedialen Verknüpfung verschiedener künstlerischer Ausdrucksmittel aus, so bei rhythmus r, (1968) und Schriftzeichnungen (1982). Rühms Arbeiten der achtziger und neunziger Jahre führen vor, dass die Ansätze der Avantgarde sich noch keineswegs erschöpft haben: Dazu gehören das „kaleidoskopische” Stück reisefieber. theatralische ereignisse in fünf teilen (1989), eine szenische Textrealisation mit Elementen der Konzeptkunst, des konkreten Theaters und der Performance, der einen Querschnitt seiner experimentellen Poesie präsentierende Sammelband GESCHLECHTERDINGS CHANSONS ROMANZEN GEDICHTE (1990) sowie Albertus Magnus Angelus (1989), eine Partitur aus Chroniken, Litaneien und Meditationstafeln. Rühm ist Dichter, Musiker und Zeichner in einer Person; auch innerhalb der Einzeldisziplinen fanden sowohl seine Kompositionen (er gilt als der Erfinder der „Eintonmusik”), seine bildhauerischen Arbeiten (wortplastiken) und seine Graphik international Beachtung. In einer Reihe von programmatischen Aufsätzen, die 1984 in Text - Bild - Musik gesammelt erschienen, hat Rühm seine ästhetischen Grundsatzüberlegungen formuliert.
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