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Windows Live® Suchergebnisse SittenkomödieEnzyklopädieartikel
Sittenkomödie, auch Sittenstück, Form der Komödie, bei der zeitgenössische Tendenzen, Modeerscheinungen, fragwürdig gewordene Sitten, Formen der Doppelmoral oder Zustände einer bestimmten Gesellschaftsschicht auf kritische Weise dargestellt werden. Das für die Sittenkomödie charakteristische Verfahren einer satirisch überzeichnenden, oft auch typisierenden Darstellung gesellschaftlicher Missstände gibt es bereits in der Antike – so bei Menander, Plautus und Terenz – im mittelalterlichen Fastnachtsspiel, in der Barockkomödie, im Mantel- und Degenstück der spanischen Literatur sowie in den Charakterdramen Molières. Der Begriff bildete sich als Comedy of manners zunächst innerhalb der englischen Literatur des 17. Jahrhunderts und bezog sich hier auf Stücke, die die Nachahmung aristokratischer Sitten durch das Bürgertum karikieren. Als Comédie de mœrs wurden im 19. Jahrhundert einige Dramen der französischen Literatur bezeichnet, die auch dem Thesenstück, dem Boulevardtheater und dem Konversationsstück zugerechnet werden, u. a. von Alexandre Dumas dem Jüngeren, Guillaume Victor Émile Augier und Victorien Sardou. Im deutschen Sprachraum bezieht sich der Begriff Sittenkomödie zum einen auf Stücke des Jungen Deutschland, namentlich von Heinrich Laube, und dann vor allem auf Komödien von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Expressionismus, darunter von Richard Voß, Otto Erich Hartleben, Georg Kaiser und Carl Sternheim. Weitere bedeutende Autoren dieser Gattungsform sind vor allem Oscar Wilde, William Somerset Maugham und George Bernard Shaw.
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